Seehofer: Islam gehört nicht zu Deutschland | Aktuell Welt | DW | 15.03.2018
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Kulturelle Identität

Seehofer: Islam gehört nicht zu Deutschland

Bundesinnenminister Horst Seehofer hält den Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" für falsch. Hierzulande lebende Muslime gehörten allerdings "selbstverständlich" zu Deutschland, sagte der CSU-Chef der "Bild"-Zeitung.

Letzte Kabinettssitzung mit Seehofer (picture-alliance/dpa/L. Mirgeler)

Horst Seehofer bei seiner letzten Kabinettssitzung als bayerischer Ministerpräsident am Dienstag in München

Deutschland sei durch das Christentum geprägt, erklärte Seehofer dem Blatt. "Dazu gehören der freie Sonntag, kirchliche Feiertage und Rituale wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten." Zwar hätten in Deutschland lebende Muslime einen Platz in der Gesellschaft, dies bedeute allerdings nicht, "dass wir deswegen aus falscher Rücksichtnahme unsere landestypischen Traditionen und Gebräuche aufgeben", so der 68-Jährige.

Der Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" war 2010 durch den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff geprägt worden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihn sich ausdrücklich zu eigen gemacht. Andere wie Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) haben widersprochen.

"Mit uns leben, nicht neben oder gegen uns"

Seehofer kündigte an, erneut Islamkonferenzen einzuberufen, um über Integrationsprobleme von Muslimen zu diskutieren. Die Politik müsse sich "mit den muslimischen Verbänden an einen Tisch setzen und den Dialog suchen und da wo nötig noch ausbauen". Muslime in Deutschland müssten "mit uns leben, nicht neben oder gegen uns. Um das zu erreichen, brauchen wir gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme." Dies erreiche man nur, wenn man miteinander spreche.

Der am Mittwoch als neuer Bundesinnenminister vereidigte Seehofer will zudem die Einrichtung zentraler Aufnahmestellen vorantreiben, in denen Asylbewerber nach ihrer Ankunft untergebracht werden sollen, bis über Ihren Antrag entschieden ist. "Dieses Gesetzesvorhaben wollen wir noch bis zur Sommerpause angehen." Ein erstes solches "Anker-Zentrum" solle bis zum Herbst entstehen.

hk/cw (dpa, afp)

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