Schwimmen im exklusivsten Pool der Welt | DW Reise | DW | 30.03.2018
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Reise

Schwimmen im exklusivsten Pool der Welt

Das Hotel Marina Bay Sands in Singapur begrüßt mehr als eine Million Gäste pro Jahr. Sein Infinity-Swimming-Pool ist die Hauptattraktion in der südostasiatischen Metropole, findet DW-Reporter Juan Martinez.

"Wir haben ein Zimmer im Marina Bay Sands gebucht", verkündete ein alter Kollege, den ich vor einigen Wochen besuchte. "Du hast doch früher in Singapur studiert, oder? Hast Du noch andere Tipps für uns?" Das Zimmer in diesem Hotel hatte er aber nicht wegen der 5-Sterne-Kategorie oder wegen des Frühstücksbuffets reserviert, sondern nur wegen dieses berühmten Swimmingpools auf dem Dach. Und er ist nicht der einzige, der ein Zimmer in diesem teuren Hotel bucht, nur um  den Pool benutzen zu dürfen. Ob Superstars oder Einheimische, jeder möchte da mal hin. Auch ich war schon da.

Singapur Hotel Marina Bay Sands (DW/J. Martinez)

Lightshow des Hotels Marina Bay Sands in Singapur

Südostasiens berühmtestes Bauwerk

Das Marina Bay Sands (MBS) wurde von Anfang an als ein Wahrzeichen für Südostasien konzipiert. Mit einer 340 Meter langen Plattform, die die drei Türme mit ihren jeweils 57 Etagen miteinander verbindet, prägt dieses Bauwerk gegenüber dem Finanzdistrikt die Skyline Singapurs und gehört zu den bemerkenswertesten Gebäude der Welt. Das Besondere an der Anlage ist jedoch der 140 Meter lange Infinity-Pool direkt auf der Verbindungsplattform: Ein Schwimmbad mit einer Aussicht, die sich nur die Reichen und Berühmten leisten können und die in Filmen, Musikvideos und Instagram-Posts von Popgrößen und Fußballstars zu sehen ist.

Singapur Hotel Marina Bay Sands (DW/J. Martinez)

Blick auf die drei Türme, verbunden durch eine 340 Meter lange Plattform

Es überrascht nicht, dass nicht jeder in diesem exklusiven Schwimmbad abtauchen kann. "Der Zugang zum Pool ist nur für registrierte Hotelgäste möglich", heißt es auf der offiziellen Website des Hotels und es sieht ganz danach aus, als würde man diese Angelegenheit sehr ernst nehmen und eine penible Kontrolle des Zugangs vornehmen. Diese Exklusivität ist üblich in Singapur - einem Land, in dem jeder sechste Bürger Millionär ist und in dem Luxusautos von Marken wie Ferrari und Lamborghini zum normalen Straßenbild gehören. 

Es ist nun mehr als zwei Jahre her seit meinem Studiensemester in Singapur und von all den Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, muss ich sagen, dass der Besuch des Infinity-Pools im Marina Bay Sands eine der aufregendsten und unvergesslichsten war.

Singapur Hotel Marina Bay Sands (DW/J. Martinez)

Entspannen am Rande des Infinity Pools

"Swim on top of the world" - ein großes Werbebanner vom Marina Bay Sands war eines der ersten Dinge, die mir am Changi Airport auffielen. Kaum in Singapur gelandet, sah ich schon Fotos von perfekten Sonnenuntergängen, die sich im ruhigen Wasser des Infinity-Pools spiegeln. So googelte ich schon beim Verlassen des Flughafens: "Wie kommt man in den Infinity-Pool vom Marina Bay Sands?". Die Vorschläge reichten vom Einschleichen in den Pool beim Besuch des Skydecks, einer Aussichtsplattform, die allen Besuchern offen steht, bis hin zur Buchung eines Zimmers für mindestens eine Nacht. Nachdem ich mindestens ein Dutzend Artikel von Bloggern gelesen hatte, die alle möglichen Informationen liefern, war ich mir sicher, dass es sich lohnen würde.

Singapur Hotel Marina Bay Sands (DW/J. Martinez)

Selfies vom Besuch des exklusivsten Pools der Welt

Eine 300-Euro-Attraktion

"Es kostet mindestens 300 Euro für eine Nacht", erzählte mir Pepe, mein spanischer Mitbewohner in Singapur, auf dem Weg nach Cé La Vi, der Bar auf dem Dach des MBS, direkt neben dem berühmten Schwimmbad. Es war unser erster Freitagabend in der Stadt und wir wollten einen Blick auf Singapurs hippsten Ort werfen. Obwohl die Bar und der Pool direkt nebeneinander liegen, dürfen nur Hotelgäste den Poolbereich betreten. Nach ein paar Drinks "on top of the world" wurde mir klar, dass es bei dem Hype um das Marina Bay Sands nicht nur um die beeindruckende Aussicht geht, sondern auch um den dringenden Wunsch, diese Aussicht zu genießen, während man im Wasser schwimmend mit der Skyline vor Augen geradezu im Unendlichen unterwegs ist.

Nach vielen Diskussionen darüber, wie man am besten in den Pool kommt, einigten sich meine drei Mitbewohner und ich schließlich darauf, einfach ein Doppelzimmer zu buchen, die Kosten und die Schwimmbad-Zugangskarte zu teilen. Uns war es egal, dass wir eigentlich das Hotelzimmer gar nicht brauchten, wir wollten einfach nur in den Infinity-Pool rein, und 300 Euro (371 US-Dollar) durch Vier geteilt, schien uns ein fairer Preis für solch ein einzigartiges Erlebnis zu sein. 

Wir waren nicht die Einzigen, die sich so durchmogelten. Auf diese Weise haben sich wohl die meisten ausländischen Studenten zumindest einmal Zugang zum Schwimmbad verschafft.

Nachdem ich mittlerweile hunderte von Fotos von diesem einzigartigen Ort im Internet gesehen habe, war das Erlebnis, selbst dort gewesen zu sein, für mich so befriedigend, wie ich es mir vorgestellt hatte. Entspannen am Rande des Infinity-Pools im erfrischenden Wasser an einem heißen Tag in Singapur war für mich ähnlich aufregend wie zum Beispiel mein erster Besuch auf dem Eiffelturm in Paris.

Wenn man bedenkt, dass ein 4-Sterne-Hotelzimmer in Singapur schon um 120 Euro pro Nacht kostet, kann ich es durchaus verstehen, warum so viele Besucher lieber 300 Euro zahlen, um im 5-Sterne-Hotel Marina Bay Sands zu übernachten und im exklusivsten Swimmingpool der Welt baden zu gehen.

 

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