Schulschließungen wegen Corona | Deutschlehrer-Info | DW | 19.03.2020
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Deutschlehrer-Info

Schulschließungen wegen Corona

Italien machte den Anfang: Seitdem schlossen immer mehr europäische Länder wegen der Ausbreitung des Coronavirus die Schulen. Auch Deutschland. Vor allem Flüchtlingskinder leiden darunter.

Die Schulen sind zu, aber die Schüler sollen weiterlernen. Das zumindest ist der Plan. Stefanie Hubig, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, ist zuversichtlich, dass der Unterricht in Deutschland auch in Zeiten von Corona weitergehen kann. „Die eine Lösung für alle gibt es nicht, aber es gibt für alle eine Lösung“, sagt sie.

Viele Lehrkräfte sind bereits dazu übergegangen, Hausaufgaben oder Übungen per E-Mail zu versenden. Auch Videochats, Podcasts auf YouTube mit Algebra-oder Grammatikaufgaben sollen dabei helfen, einen Notunterricht aufrechtzuerhalten. Doch ob das alles so reibungslos klappt, bezweifeln viele.  

„Die Krise erwischt das Schulsystem an einer Schwachstelle. Schulen, die in einer Situation wie der Corona-Krise ihre Schüler online beschulen können, sind in Deutschland Mangelware“, kritisiert der Berliner Sozialforscher Klaus Hurrelmann. „Man hat versäumt, auf gute digitale Programme zu setzen. Das haben nur zehn bis 15 Prozent der Schulen hierzulande.“

Digitaler Zugang oft mangelhaft

Mädchen am Rechner (picture-alliance/empics/P. Byrne)

Einloggen für den Unterricht - nicht für jeden eine Option

Einrichtungen in sozialen Brennpunkten gehören in der Regel nicht dazu. Dadurch seien Kinder aus bildungsfernen Schichten oder aus Flüchtlingsfamilien besonders gefährdet, in ihrer Entwicklung zu stagnieren, so Hurrelmann, denn die meisten Flüchtlingskinder verfügten nicht über digitale Arbeitsmöglichkeiten wie Laptops.

Für solche Fälle, so Stefanie Hubig, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, müsse es auch analoge Lösungen geben. „Das heißt, es wird bei Bedarf auch ausgedruckte Materialien geben. Außerdem haben Kinder natürlich Schulbücher und andere Arbeitsmaterialien.“ 

Und sie stellt klar: „Wir leben im Moment in einer Ausnahmesituation, mit der wir alle kreativ umgehen müssen.“ Wie lange der Bildungsausstand wirklich dauern wird, kann noch keiner genau sagen. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern eine harte Belastungsprobe.

suc/wa (mit kna/Zeit)

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