Schuldspruch für Vergewaltiger in Indien | Aktuell Asien | DW | 10.09.2013
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Aktuell Asien

Schuldspruch für Vergewaltiger in Indien

Im Prozess um die Vergewaltigung einer Studentin in Indien sind die vier Angeklagten schuldig gesprochen worden. Sie hatten die 23-jährige vor den Augen ihres Freundes so schwer misshandelt, dass sie später starb.

Nach mehr als 100 Verhandlungstagen sprach das Sondergericht in Neu Delhi die vier volljährigen Angeklagten schuldig. Richter Yogesh Khanna erklärte, die Männer hätten "eine hilflose Person ermordet". Das Strafmaß soll in den kommenden Tagen verkündet werden. Den vier Verurteilten, die zwischen 19 und 26 Jahre alt sind, droht die Todesstrafe.

Ein ebenfalls an dem Verbrechen beteiligter Jugendlicher war Ende August zu drei Jahren Jugendarrest verurteilt worden. Das ist die Höchststrafe für Jugendliche in Indien. Ein sechster Angeklagter, der als Anführer der Bande galt, war unter bislang ungeklärten Umständen erhängt in seiner Gefängniszelle gefunden worden.

Ganz Indien war durch die äußerst grausame Tat am 16. Dezember aufgeschreckt worden. Wochenlang hatte es Proteste gegeben. Die jetzt verurteilten Männer - ein Taxifahrer, ein Helfer in Bussen, ein Fitnessstudio-Mitarbeiter und ein Obstverkäufer - hatten ihre Schuld bestritten.

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Indien: Vergewaltiger schuldig gesprochen (10.09.2013)

Erst gegen Ende des Prozesses hatte der 26 Jahre alte Taxifahrer laut seinem Anwalt erklärt, er habe den Bus gefahren, aber von den Vorgängen auf der Rückbank nichts mitbekommen. Ein Freund der Studentin, der ebenfalls im Bus war und von der Gruppe zusammengeschlagen wurde, hatte die brutale Tat ausführlich im Gerichtssaal geschildert.

Die Angehörigen des Opfers hatten bei der Urteilsverkündung Tränen in den Augen. Sie haben wiederholt die Todesstrafe für die Täter gefordert. "Wir werden nichts anderes akzeptieren, auch keine lebenslange Haftstrafe", sagte der 20 Jahre alte Bruder. Nur so könnte die Familie mit dem Tod der Schwester abschließen.

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Vergewaltigung - Was hat sich in Indien geändert? (10.09.2013)

Die Gruppenvergewaltigung im Dezember war die erste einer ganzen Reihe derartiger Verbrechen, über die seit dem international berichtet wurde. Erstmals setzte in Indien eine gesellschaftliche Debatte über das weit verbreitete Problem ein und Menschen, die zuvor das Wort "Vergewaltigung" nie über die Lippen brachten, sprechen nun darüber. Der Nachrichtensender NDTV kommentierte: "Sie starb, aber weckte die Nation auf."

Im Zuge der landesweiten Empörung ging die Regierung dazu über, die Haftstrafen für sexuelle Verbrechen zum Teil zu verdoppeln. Die Polizei, die oft Vergewaltigungsopfer fortschickte, nimmt jetzt mehr Fälle auf und versucht, mehr Frauen einzustellen. Es gibt mittlerweile spezielle Notrufnummern für Frauen und Schnellgerichte, die sich mit Sexualstraftaten befassen.

uh/sti (afp,dpa)

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