Schuften im Paradies | Alle multimedialen Inhalte der Deutschen Welle | DW | 10.08.2018
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Schuften im Paradies

Wo andere Ferien machen, schuften Saisonarbeiter unter unwürdigen Bedingungen. Die Steilküste der griechischen Insel Santorin bedeutet für Gepäckträger Schwerstarbeit: 146 Stufen rauf und runter, und das zig-mal am Tag. Doch sie alle haben Träume.

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Millionen Touristen reisen jährlich auf die griechische Insel Santorin mit dem spektakulären Kraterrand. Hochzeitsreisende und Luxusurlauber zahlen 1.000 € die Nacht – so viel verdient ein Kellner oder Kofferträger im Monat. Ein Knochenjob – in der sengenden Hitze von Oia, dem schönen Inselstädtchen. Doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft lässt die Saisonarbeiter vieles ertragen. 

Die schöne Steilküste Santorins – für die einen idyllische Urlaubskulisse, ist sie für Gepäckräger jeden Tag eine Herausforderung: Teilweise wiegen die Koffer bis zu 30 Kilogramm. Nachts kann der bulgarische Arbeiter vor Schmerzen kaum noch schlafen, der Körper ist ruiniert und er bezweifelt, ob er seinen 60. Geburtstag erleben wird. Vor seiner kleinen Tochter verheimlichte er lange, dass er Kofferträger ist. Denn er hat einen Traum: ein eigener Supermarkt in Bulgarien. Endlich sein eigener Herr sein und ein würdiger Vater für die Tochter!

Es wird Abend. Die Touristen strömen zum Sonnenuntergang in die Poolbar. Zur täglichen Rush-Hour muss der ebenfalls aus Bulgarien stammende Barkeeper in Rekordzeit bis zu 400 Drinks mixen. Nicht nur die körperliche, auch die nervliche Belastung ist extrem. Seine Arbeitstage dauern bis zu 14 Stunden lang, ein Privatleben hat er nicht. Seit neun Jahren kommt er in der Saison nach Santorin und hat sich vom Kofferträger zum Barmann hochgearbeitet. Mindestens acht weitere Jahre will er durchhalten, denn er träumt von einem eigenen Hotel in seiner Heimat Bulgarien. Dort sind die hart erarbeiteten Euro viermal so viel wert wie in Griechenland.