Schlecker-Nachfolger Dayli ist pleite | Aktuell Wirtschaft | DW | 04.07.2013
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Aktuell Wirtschaft

Schlecker-Nachfolger Dayli ist pleite

Noch vor dem geplanten Deutschland-Start ist der österreichische Schlecker-Nachfolger Dayli insolvent: Wie viele Angestellte nun ihre Arbeitsplätze verlieren, ist noch unklar.

Werbung von Dayli (Foto: Roland Muehlanger)

Konkursantrag Dayli Unternehmen

Die ehemalige Österreich-Tochter der Drogeriekette Schlecker ist wieder zahlungsunfähig. Die seit der Übernahme vor knapp einem Jahr unter dem Namen "dayli" aktive Ladenkette hat am Landesgericht Linz einen Insolvenzantrag gestellt, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens am Donnerstag. Die Überschuldung wurde mit 49 Millionen Euro beziffert. Das Unternehmen soll nun unter dem neuen Eigentümer fortgeführt werden. Den Gläubigern werde eine Insolvenzquote von 25 Prozent angeboten. Wieviele der rund 3000 Mitarbeiter in Österreich ihren Job behalten, ist noch offen.

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"Tante-Emma"-Kette als Schlecker-Nachfolge?(31.05.2013)

Die Gläubiger haben massiv Druck auf das Unternehmen ausgeübt. Unter den größten Investoren ist der Glücksspielkonzern Novomatic. Hätte das Management nicht selbst Insolvenz angemeldet, wäre der Kreditschutzverband (KSV) als Vertreter einer großen Lieferantengruppe aktiv geworden. Hintergrund ist, dass die Firma nach Angaben des KSV seit Wochen keine Rechnungen der Lieferanten bezahlt hat und die Mitarbeiter ihr Gehalt noch nicht bekommen haben. "Schadensbegrenzung für die Gläubiger ist angesagt. Das vorhandene Vermögen gehört unverzüglich unter Kontrolle des Insolvenzgerichtes gestellt", forderte der KSV.

Konzept gescheitert

Vor rund einem Jahr hatte der in Wien ansässige Fonds TAP 09 des Investors Rudolf Haberleitner vom Insolvenzverwalter der Drogeriekette Schlecker die Filialen in Österreich, Italien, Polen, Luxemburg und Belgien mit 4600 Mitarbeitern übernommen. Die Drogeriekette hat 883 Standorte in Österreich und 480 Filialen in den anderen Ländern. Haberleitner präsentierte sich als großer Sanierer und wollte aus der Kette einen Nahversorger aufbauen. Dieses Konzept - das unter anderem die Sonntagsöffnung vorsah - konnte nicht wie geplant umgesetzt werden, gestand die Firma ein. Eine öffentlich geführte Diskussion darüber habe Banken und mögliche Investoren verunsichert.

Unmittelbar vor dem Antrag bei Gericht habe Haberleitner seine Anteile an die ICU Unternehmensberatung abgegeben, um eine Sanierung und die Finanzierung von dayli zu ermöglichen, teilte das Unternehmen mit. Es sei geplant, die Firma fortzuführen.

ul/wen (rtr, dpa)

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