Schlammlawine reißt viele in den Tod | Aktuell Welt | DW | 26.01.2019
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Brasilien

Schlammlawine reißt viele in den Tod

Nach dem verheerenden Dammbruch bei einer Eisenerzmine in Brasilien steigt die Zahl der Toten. Dabei ist der Damm noch im September überprüft worden - ausgerechnet vom deutschen TÜV. Auffälligkeiten gab es damals keine.

Viele der rund 300 Mitarbeiter der Eisenerzmine saßen gerade beim Mittagessen, als die tödliche Mischung aus Wasser, Geröll und Erde die Cafeteria überrollte. Jetzt steigt die Zahl der Toten: Mindestens 34 Menschen seien durch das Unglück ums Leben gekommen, teilten die Rettungskräfte mit - 23 Personen seien in Krankenhäuser gebracht worden. Hunderte werden noch vermisst. "Zu diesem Zeitpunkt sind die Chancen, noch Überlebende zu finden, leider minimal", sagte der Gouverneur des Bundesstaates, Romeu Zema. Vermutlich könnten nur noch Leichen geborgen werden. 

UN-Generalsekretär ist zutiefst schockiert

Noch im September 2018 ist der Damm vom deutschen TÜV Süd geprüft worden. Es seien keine Auffälligkeiten festgestellt oder Schäden gefunden worden, bestätigte ein Sprecher des deutschen Unternehmens. Der TÜV Süd werde die Untersuchungen unterstützen und alle nötigen Dokumente zur Verfügung stellen.

Brasilien, Brumadinho: Dammbruch (picture-alliance/AP/L. Correa)

Feuerwehrleute befreien menschliche Körper vom Schlamm

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich schockiert angesichts der Katastrophe. "Der Generalsekretär ist zutiefst betrübt über den schrecklichen Verlust von Menschenleben und die erheblichen Schäden an Häusern und der Umwelt, die durch den Bruch des Damms in Brumadinho verursacht wurden", hieß es in einer Erklärung. "Die Vereinten Nationen sind bereit, die brasilianischen Behörden bei der Suche zu unterstützen". Auch Israel bot Hilfe bei den Rettungarbeiten an.   

Bergbaukonzern Vale muss mit Strafzahlungen rechnen

Der Unglücksort im Bundesstaat Minas Gerais liegt rund 450 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro. Die Schlammmassen hatten sich über Teile der Eisenerzmine und eines Wohngebiets gewälzt. Dabei wurden wahrscheinlich Dutzende weitere Menschen mitgerissen. Zerstört wurden auch Dächer von Häusern und Bagger in der Eisenerzmine. Fernsehbilder zeigten dramatische Szenen: Ein Zug wird von den Massen erfasst und zerquetscht. Retter ziehen Menschen von  Hubschraubern aus dem Schlamm. Ein Mann hievt seine vor Schmerzen schreiende Frau aus den Trümmern. Eine schlammverschmierte Kuh stakst zwischen Schutt, mitgerissenen Ästen und nasser Erde umher. Den Angaben der Rettungskräfte zufolge werden sowohl Arbeiter der Eisenerzmine als auch Anwohner aus der umliegenden Gegend vermisst.

Brasilien, Brumadinho: Dammbruch (picture-alliance/AP/L. Correa)

Zerstörte Häuser nach dem Dammbruch

Die Mine wird von dem brasilianischen Konzern Vale betrieben. Wie es genau zu dem Unfall kam, sei noch unklar, sagte Vale-Präsident Fábio Schvartsman. Das brasilianische Umweltministerium kündigte eine Strafe in Höhe von 250 Millionen Rais (58 Mio Euro) gegen Vale an. Medienberichten zufolge sollten zur Sicherheit Vermögenswerte des Konzerns über eine Milliarde Rais blockiert werden. 

nob/ml (rtr, dpa)