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GesellschaftDeutschland

Kritik an Auktion von NS-Dokumenten: "Schamlos und zynisch"

16. November 2025

Ein deutsches Auktionshaus will einen Judenstern und Briefe von KZ-Häftlingen und deren Angehörigen versteigern. Das internationale Auschwitz-Komitee reagiert.

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Ein ausgestellter "Judenstern" im "Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt" im Haus Schwarzenberg in Berlin (17.01.2016)
Internationales Auschwitz-Komitee: Ein Judenstern sollte kein Versteigerungsobjekt seinBild: Wolfram Steinberg/dpa/picture alliance

Das Internationale Auschwitz-Komitee (IAK) hat ein Auktionshaus in Neuss im Bundesland Nordrhein-Westfalen aufgefordert, seine für Montag geplante Versteigerung mit Zeugnissen des Holocaust abzusagen. Die angekündigte Versteigerung persönlicher Dokumente von Opfern des Nationalsozialismus werde von Holocaust-Überlebenden und ihren Angehörigen als "zynisches und schamloses Unterfangen" gewertet, teilte IAK-Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner in Berlin mit. Der Forderung hat sich auch Polen angeschlossen.

Missbrauch aus kommerziellem Interesse

Die Auktion ist unter dem Titel "Das System des Terrors Vol. II 1933-1945" beworben worden. Nach IAK-Angaben sollen unter anderem Korrespondenzen von Häftlingen aus Konzentrationslagern, Täterdokumente sowie "Schriftstücke und Dokumente persönlichster Natur aus der Verfolgungs- und Demütigungsgeschichte Einzelner" verkauft werden.

Versteigert werden sollen laut Online-Katalog auch ein antijüdisches Propaganda-Plakat und ein Judenstern aus dem Konzentrationslager Buchenwald mit "Gebrauchsspuren". Das Auktionshaus war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Eingang der KZ-Gedenkstätte Buchenwald (26.04.2024)
Heute eine Gedenkstätte: Das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald in ThüringenBild: Andreas Franke/picture alliance

Das Leid aller Menschen, die von den Nazis verfolgt und ermordet wurden, werde aus kommerziellem Interesse missbraucht, erklärte Heubner. Dokumente der Verfolgung und des Holocaust gehörten den Familien der Verfolgten. Sie sollten nicht zu Handelsobjekten degradiert, sondern in Museen oder Gedenkstätten ausgestellt werden.

fab/AR/wa (kna, dpa)