Schütze von El Paso machte Jagd auf Mexikaner | Aktuell Amerika | DW | 10.08.2019
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USA

Schütze von El Paso machte Jagd auf Mexikaner

Der Polizeibericht über die Festnahme des Mannes, der in Texas 22 Menschen ermordete, enthüllt erschütternde Details. In Nevada konnte derweil offenbar ein Anschlag auf eine Synagoge verhindert werden.

Schon unmittelbar nach der Tat im texanischen El Paso am vergangenen Samstag hatten Ermittler einen rassistischen Hintergrund des Amoklaufs vermutet. Jetzt wurde ein Polizeibericht bekannt, der diese Vermutung bestätigte.

Demnach sagte der 21-Jährige bei seiner Festnahme aus, er habe in dem Einkaufszentrum in El Paso "Mexikaner ins Visier" genommen. Tatsächlich tötete er acht Mexikaner, viele weitere der insgesamt 22 Opfer waren hispanischer Herkunft.

Rassistisches Manifest im Internet

Bei seiner Festnahme verzichtete der Täter auf das Recht, die Aussage zu verweigern und schilderte den Beamten den Ablauf der Tat. So sei er eigens für den Anschlag neun Stunden lang mit dem Auto aus seinem Wohnort Allen in die Grenzstadt El Paso gefahren, in der er besonders viele Latinos vermutete. Mit seinem Sturmgewehr und "mehreren Magazinen Munition" habe er das Einkaufszentrum betreten und den Amoklauf begonnen.

In einem vor der Tat im Internet veröffentlichten rechtsextremen Manifest gegen Einwanderer aus Lateinamerika hatte er vor einer "hispanischen Invasion" gewarnt.

Deutsches Opfer wird in Mexiko bestattet

Bei dem Massaker in El Paso wurde auch ein Deutscher getötet. Er hatte nach Angaben seiner mexikanischen Ehefrau vor der Gewalttat fast 40 Jahre in Mexiko gelebt. Dort soll der gebürtige Marburger an diesem Samstag beigesetzt werden.

Der 66-Jährige war als Angehöriger der Luftwaffe nach Mexiko gekommen und hatte danach als Wartungsleiter in einem der zahlreichen Montagebetriebe auf mexikanischer Seite gearbeitet, in denen Produkte für den US-Markt gefertigt werden. Mittlerweile sei er in Rente gewesen.

Anschlag auf Synagoge vereitelt

Unterdessen vereitelte die Polizei offenbar einen weiteren Anschlag: Im US-Bundesstaat Nevada nahm sie einen jungen Mann mit Verbindungen in die rechtsextreme Szene fest. Der 23-Jährige aus Las Vegas soll einen Anschlag auf eine Synagoge geplant haben. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde er des Besitzes von Material zum Bau einer Bombe beschuldigt.

Demnach stand der Mann über das Internet mit einer "extremistischen Organisation" in Kontakt, die durch "Terrorismus und andere Gewalttaten" eine Vorherrschaft der Weißen durchsetzen will. Es habe online einen Austausch über die Herstellung von Sprengstoff, über einen Anschlag auf eine Synagoge sowie die Observierung einer Schwulenbar gegeben.

Bei seiner Festnahme fanden die Ermittler ein Notizbuch mit Plänen für einen möglichen Anschlag in der Region Las Vegas und Zeichnungen von Sprengkörpern mit Zeitschalter.

mak/stu (afp, dpa)

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