Saudi tötet auf US-Stützpunkt drei Menschen | Aktuell Amerika | DW | 07.12.2019
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Vereinigte Staaten

Saudi tötet auf US-Stützpunkt drei Menschen

Der Soldat aus Saudi-Arabien war zur Ausbildung auf der Marinebasis in Florida - ebenso wie viele andere Angehörige ausländischer Streitkräfte. Warum er plötzlich um sich schoss, ist unklar.

Der Angehörige der saudischen Luftwaffe habe in einem Gebäude mit Unterrichtsräumen das Feuer eröffnet, ehe er von Einsatzkräften erschossen wurde, sagte Sheriff David Morgan. Wie die Behörden weiter mitteilten, tötete der Angreifer auf dem Militärstützpunkt Pensacola im US-Bundesstaat Florida mindestens drei Menschen getötet. Acht Menschen wurden verletzt, darunter zwei Polizisten.

Das Motiv des Täters ist unklar. Die Bundespolizei FBI übernahm die Ermittlungen. Laut Medienberichten wird ein möglicher terroristischer Hintergrund geprüft. Das US-Unternehmen SITE, das extremistische Websites auswertet, teilte mit, der Schütze habe die USA vor dem Angriff auf Twitter verunglimpft. In dem Kurznachrichtendienst habe er geschrieben: "Ich bin gegen das Böse, und Amerika als Ganzes ist zu einer Nation des Bösen geworden." Weiter heißt es dort: "Ich bin nicht gegen Euch als Amerikaner, ich hasse Euch nicht wegen Eurer Freiheiten, ich hasse Euch, weil Ihr jeden Tag Verbrechen nicht nur gegen Muslime, sondern auch gegen die Menschheit unterstützt, finanziert und begeht." SITE gibt den Namen des Schützen mit Mohammed al-Schamrani an.

US-Präsident Donald Trump schrieb ebenfalls auf Twitter, der saudische König Salman habe in einem Anruf sein Beileid ausgedrückt und den "barbarischen Akt" verurteilt.

Die Zeitung "New York Times" berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, sechs Saudi-Araber seien nach dem Schusswaffenangriff festgenommen worden. Drei von ihnen hätten die ganze Tat gefilmt. Dem Bericht zufolge war der Schütze mit einer vor Ort gekauften Pistole vom Typ Glock 9mm bewaffnet. Sie war mit einem größeren Magazin ausgestattet. Außerdem habe er vier bis sechs weitere Magazine bei sich gehabt. Es sei unklar, wie die Waffe auf das Militärgelände gelangt sei, sagte Kinsella. Nur Mitglieder der Sicherheitskräfte dürften Waffen mit auf den Stützpunkt bringen.

Wichtiges Ausbildungszentrum

Pensacola ist ein wichtiges Ausbildungszentrum der Seestreitkräfte und Stützpunkt einer Kunstflugstaffel der US-Navy. Auf der Marinebasis im Süden der Vereinigten Staaten sind 16.000 Militärangehörige und mehr als 7000 Zivilisten stationiert. Nach Angaben eines Navy-Vertreters befinden sich regelmäßig Militärangehörige verbündeter Streitkräfte zur Ausbildung an dem Standort. Das Tragen von Waffen sei ihnen dort nicht gestattet.

USA Schißerei in der Marineluftstation Pensacola (picture-alliance/AP Photo/T. Giberson)

Polizisten an der Zufahrt zur Marinebasis Pensacola

Verteidigungsminister Mark Esper kündigte an, er prüfe "mehrere Schritte, um die Sicherheit unserer Militäreinrichtungen und die Sicherheit unserer Streitkräfte und ihrer Familien sicherzustellen".

Der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, sagte, es werde sicherlich "viele Fragen" zu dem Umstand geben, dass der Angreifer als Angehöriger der saudischen Luftwaffe in den USA ausgebildet wurde. "Klar ist, wenn ein ausländischer Staatsbürger involviert ist, vor allem aus diesem Teil der Welt, dann sind die Ermittlungen natürlich anders."

Bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 waren 15 der 19 Beteiligten saudische Staatsbürger. Einige von ihnen hatten Flugunterricht in Florida genommen.

jj/mak/kle (dpa, afp)

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