Saubere Luft - Ein Menschenrecht | DokFilm | DW | 08.05.2019
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DokFilm

Saubere Luft - Ein Menschenrecht

In der schmutzigsten Stadt der Welt, Delhi in Indien, ist die schlechte Luft greifbar. In Deutschland war die Luft vor 30 Jahren so schlecht wie in Indien heute. Dann wurde die Luft dank einer verschärften Umweltgesetzgebung besser.

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Noch immer ist die Luftverschmutzung vor allem in den Großstädten eine Gefahr für die Gesundheit. Heute streitet Deutschland erbittert über die Einführung von Fahrverboten für Dieselfahrzeuge. Warum Maßnahmen zur Reduzierung von Schadstoffen wichtig sind, erläutert die Dokumentation. Der Gerichtsmediziner und Pathologe Markus Rothschild beobachtet, dass die Lungen von kürzlich verstorbenen Menschen aus Großstädten immer eine unnatürliche Veränderung aufweisen: Schwarze Punkte oder großflächige Verfärbungen. Die Patienten sind an unterschiedlichen Krankheiten gestorben, z.B. Herzinfarkten oder Krebserkrankungen: "Menschen, die in einer Großstadt leben, haben wirklich alle Lungen, in denen wir mehr oder weniger stark ausgeprägt diese Ruß- und Kohlenstaubeinlagerungen finden", sagt Markus Rothschild. Mediziner wissen heute viel mehr über die Wirkung von schlechter Luft. Christian Döring ist Kinderarzt und betreibt in Köln seine Praxis: " Großstadtkinder haben eine deutlich schlechtere Lungenfunktion als Kinder vom Land". Besonders gefährlich ist der sogenannte Ultrafeinstaub. Die kleinen Partikel sind noch gesundheitsschädlicher als "normaler" Feinstaub. Weil die vielen Partikel so eine große Oberfläche haben, können sie viel mehr Schadstoffe bis in Herz und Gehirn transportieren. Geschätzt sieben Millionen Menschen sterben pro Jahr vorzeitig durch schlechte Luft. Industrie und Verkehr sind nicht allein für die Emissionen verantwortlich. Holzkamine, die Massentierhaltung und das Wetter spielen ebenfalls eine Rolle. Verschmutzte Luft verbreitet sich global: Wenn in Polen die Kohlekraftwerke hochgefahren werden, steigen westlich der Grenze die Feinstaub-Werte. Und selbst der Smog aus Delhi landet irgendwann wetterbedingt bei uns.