Samsung nach Krise wieder in der Spur? | Wirtschaft | DW | 09.01.2018
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Südkorea

Samsung nach Krise wieder in der Spur?

Nach einer "beispiellosen Krise" nun ein Milliardengewinn. Samsung erwartet für das letzte Quartal einen Gewinn von fast 12 Milliarden Euro - nach einem Korruptionsskandal und dem Debakel um das Handy Galaxy Note 7.

Der Betriebsgewinn, den der südkoreanische Konzern für das abgelaufene Quartal in Aussicht stellt, wäre Rekord: 11, 8 Milliarden Euro, erwirtschaftet vor allem dank der großen Nachfrage nach Speicherchips. Hier macht Samsung mit Abstand den größten Gewinn unter seinen Sparten. Analysten hatten mit noch besseren Zahlen gerechnet, an der Börse in Seoul verbuchte die Samsung-Aktie gegen den Trend einen Verlust von 0,9 Prozent.

Sollte Samsung die vorläufigen Zahlen Ende Januar bestätigen, wäre dies ein Anstieg des Gewinnes um 64 Prozent. Der Umsatz soll um 24 Prozent zulegen und würde mit 66 Billionen Won (51,5 Milliarden Euro) die Markterwartungen leicht verfehle.

Gewinnbringer Chips

Der Konzern kann zwar von der großen Nachfrage nach sogenannten DRAM-Speicherchips profitieren. Das Ergebnis wurde aber von einer stärkeren Landeswährung und Bonuszahlungen geschmälert. Unklar ist, wie sich die Nachfrage nach Chips in diesem Jahr entwickelt. Im Smartphone-Bereich ist Samsung durch chinesische Anbieter unter Druck.

Südkorea Korruptionsprozess gegen Samsung-Erben Lee Jae Yong (picture-alliance/dpa/Getty Images/AP/Chung Sung-Jun)

Lee Jae Yong von Samsung vor Gericht

Im Herbst hatte der Leiter der Sparte Halbleiter, Kwon Oh Hyun, noch von einer "beispiellosen Krise" im Unternehmen gesprochen. Der Mutterkonzern war in einen Korruptionsskandal um die frühere Staatspräsidentin Park Geun Hye verstrickt. Der Erbe des Samsung-Imperiums und Vizevorsitzende der Elektroniktochter, Lee Jae Yong, verbüßt wegen versuchter Präsidenten-Bestechung und anderer Vergehen eine Haftstrafe. Derzeit läuft sein Berufungsprozess.

Im Jahr zuvor hatte Samsung sein Smartphone Galaxy Note 7 kurz nach Verkaufsstart vom Markt nehmen müssen, weil bei einigen Geräten die Batterien explodiert waren. Außer einem immensen Imageschaden hatte das den Marktführer Milliarden gekostet.

Samsung Kühlschrank mit Bildschirm (Getty Images/A. Wong)

Samsung-Kühlschrank, vernetzt

Mit "The Wall" in Las Vegas

Bei der Elektronikmesse CES in Las Vergas legte Samsung jetzt ein Konzept vor, das ihm die Zukunft sichern soll: eine Vision zur umfassenden Vernetzung unterschiedlichster Geräte.  Sie schließt nicht nur Computer, Smartphones und Fernseher ein, sondern auch Kühlschränke, Klimaanlagen und Waschmaschinen. Der südkoreanische Konzern kündigte auf der CES eine Reihe von Online-Diensten und Apps an, die dieses Konzept in die Praxis umsetzen sollen.  Das Programm unter dem Namen SmartThings soll im Frühjahr veröffentlicht werden.

Zuvor hatte Samsung bereits ein Konzept zum Bau von riesigen Fernsehern vorgestellt, die aus kleineren Modulen zusammengesetzt werden, ohne dass die Ränder der Module zu sehen sind. Auf der Messe zeigte der Konzern ein Modell mit einer Bildschirmdiagonalen von 146 Zoll (3,7 Meter). Bei dem Modulsystem, das Samsung "The Wall" nennt, können aber quasi beliebig große Fernseher produziert werden.

ar/hb (dpa, afp. rtr)

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