Samsung: Gewinn geht in Rauch auf | Wirtschaft | DW | 12.10.2016
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Wirtschaft

Samsung: Gewinn geht in Rauch auf

Das Debakel um sein Flaggschiff Galaxy Note 7 schlägt bei Samsung sehr schnell auf den Profit durch. Der südkoreanische Konzern rechnet mit einem Drittel weniger Gewinn. Und die Investoren machen Druck.

Schon in den Monaten von Juli bis September, so Samsung, werde der Gewinn voraussichtlich um 33 Prozent auf umgerechnet noch 4,2 Milliarden Euro zurück gehen. Auch der Umsatz zeige Spuren, er werde mit 37 Milliarden Euro geringer ausfallen als erwartet, teilte Samsung am Mittwoch mit.

Der weltweit größte Anbieter von Handys hatte am Dienstag sein Spitzenmodell Galaxy Note 7 vom Markt genommen. Samsung hatte bereits im September bekannt gewordene Probleme mit brennenden Akkus bei dem Smartphone nicht in den Griff bekommen.

An der Börse verlor die Samsung-Aktie weiter an Wert: Nach einem Verlust von acht Prozent am Dienstag in Seoul gab das Papier weiter nach und sackte im Wochenverlauf bisher um zehn Prozent ab.

Wo genau liegt das Problem?

Am Mittwoch hieß es bei dem Smartphone-Hersteller, man werde US-Kunden nun feuerfeste Päckchen zur Verfügung stellen, mit denen die Handys gefahrlos verschickt werden könnten. Samsung hat alle Galaxy Note 7-Geräte zurück gerufen, nachdem auch einige Austauschgeräte in Brand geraten waren. In einem ersten Schritt hatte der Konzern angekündigt, man wolle die schadhaften Modelle austauschen. Wegen der Brandgefahr hatten Airlines verboten, das Smartphone mit ins Flugzeug zu nehmen.

Samsung Galaxy Note 7

Warnung vor dem Galaxy Note 7 am Flughafen von Wuhan, China.

Experten zeigen sich nun insbesondere verwundert darüber, dass auch die Austauschmodelle betroffen sind. Aus Kreisen der koreanischen Behörde für Technik und Sicherheit verlautete, möglicherweise handele es sich um zwei getrennte Probleme. Investoren fordern deswegen schnelle Aufklärung über die Hintergründe. "Die Leute machen sich Sorgen, weil sie nicht wissen, was das Problem ist", sagte Kim Hyun Su, Fondsmanager bei IBK Asset Management, am Mittwoch.

Profitieren die Chinesen?

Unter Fondsmanagern herrscht Beobachtern zufolge Einigkeit, dass der Weltmarktführer nun so schnell wie möglich die neuste Version seiner Smartphone-Premiumreihe S auf den Markt bringen dürfte. Die Kunden bräuchten die Gewissheit, so Fondsmanager Kim, dass die nächste Handy-Generation nicht von den Bränden betroffen sein werde.

Das Samsung Flaggschiff-Modell war erst im August eingeführt worden und sollte dem Platzhirsch iPhone von Apple Konkurrenz machen. Nach Einschätzung von Analysten könnte der Rückruf des Modells Samsung 15 Milliarden Euro und mehr an Umsatz kosten. Analysten der Forschungsgruppe TrendForce vermuten, dass "ein großer Teil der Nachfrage jetzt auf drei große chinesische Marken entfallen wird - Huawei, Vivo und OPPO".

ar/ul (rtr, afp, ap)

        

 

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