Samsung-Erbe kommt auf Bewährung frei | Aktuell Deutschland | DW | 09.08.2021
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Südkorea

Samsung-Erbe kommt auf Bewährung frei

Anfang des Jahres war Lee Jae Yong im Zuge eines Korruptionsskandals zu mehr als zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seinen Job als Vizechef des Elektronikkonzerns darf er vorerst aber nicht ausüben.

Südkorea Seoul | Gerichtsanhörung: Jay Y. Lee

Lee Jae Yong während einer Anhörung vor Gericht (Archivbild)

Sieben Monate nach seiner Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Korruption wird der Erbe des Samsung-Firmenimperiums, Lee Jae Yong, wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Der Vize-Vorsitzende des Smartphone-Marktführers Samsung-Electronics komme unter Bewährungsauflagen frei, teilte das Justizministerium in Seoul mit. Er darf die Haftanstalt am Freitag verlassen.

Da es sich jedoch um keine Begnadigung handelt, darf der 53-Jährige nicht sofort wieder die Leitung des Konzerns übernehmen. Er unterliegt laut Medienberichten einer fünfjährigen Beschränkung für die Arbeit bei Unternehmen, die mit Straftaten in direkter Verbindung stehen. In Südkorea wird jedoch spekuliert, das Justizministerium werde für den De-facto-Chef der Samsung-Gruppe früher oder später eine Ausnahme gewähren.

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Samsung: Haftstrafe für Firmenerben

Lee war im Januar ins Gefängnis gegangen. Seitdem hatten sich immer mehr Politiker und Unternehmer für seine Freilassung ausgesprochen. Lee war im Zuge eines Bestechungs- und Veruntreuungsskandals bereits im Jahr 2017 zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach einer Berufung kam er jedoch 2018 frei. Das Oberste Gericht von Südkorea ordnete später die Wiederaufnahme des Verfahrens an. Hintergrund ist ein weitverzweigter Korruptionsskandal, der 2017 zum Sturz der früheren Präsidentin Park Geun Hye geführt hatte.

Politische Entscheidung

Die Entscheidung, Lee vorzeitig auf Bewährung zu entlassen, war nach Angaben des Justizministeriums unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation des Landes getroffen worden. Samsung ist mit Abstand das größte der familiengeführten Unternehmens-Konglomerate in Südkorea. Der jährliche Geschäftsumsatz entspricht einem Fünftel des südkoreanischen Bruttoinlandsprodukts und ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg des asiatischen Landes. Lee steht seit einigen Jahren an der Spitze des Elektronikkonzerns, nachdem sein Vater Lee Kun Hee wegen eines Herzinfarkts den Geschäften nicht mehr nachgehen konnte.

uh/jj (dpa, afp, rtr)

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