Sami Khedira - der Platzhirsch | Sport | DW | 27.05.2018
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WM 2018

Sami Khedira - der Platzhirsch

Im defensiven Mittelfeld ist das Gedränge bei der DFB-Elf besonders groß. Sami Khedira sieht sich für den Platz neben Toni Kroos als gesetzt an. Im vorläufigen Kader des Weltmeisters ist dennoch weiter Kampf angesagt.

Als die Frage nach seinem Alter kam, verdrehte Sami Khedira kurz die Augen. Die Antwort des leicht genervten Weltmeisters fiel aber deutlich aus: "Ältere Spieler haben die Erfahrung. Man weiß, worauf es ankommt", sagte der 31-Jährige im Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Für Platzhirsch Khedira kommt es in Südtirol erst einmal darauf an, seine Position im defensiven Mittelfeld neben dem gesetzten Champions-League-Sieger Toni Kroos zu behaupten. Bundestrainer Joachim Löw hat in der Zentrale die Qual der Wahl.

Trotz der großen Konkurrenz durch Ilkay Gündogan, Leon Goretzka und Sebastian Rudy bleibt Khedira gelassen. Er sei in einem ganz anderen Zustand als 2014. Daher könne er sich ganz anders einbringen, weil er nicht nur auf sich fokussiert sein müsse, sagte der Mittelfeldstar von Juventus Turin und ergänzte: "Ich kann den Rundumblick haben, kann Mitspieler besser führen und andere Aufgaben intensiver übernehmen."

     

Stammplatzgarantie für Khedira

Das erfreut auch Löw. Der Weltmeister-Coach weiß, was er an Khedira hat und gibt ihm quasi eine Stammplatzgarantie: "Der Sami ist hochprofessionell", sagte Löw im ZDF-Interview. Er sei "ein Leadertyp, einer, der die Mannschaft mitreißen kann. Da wo er ist, ist auch immer Erfolg."

Es wundert also nicht, dass Khediras Selbstbewusstsein enorm ist, gepaart mit der notwendigen Lockerheit. Doch Khedira ist voll auf das große Ziel konzentriert. Das imponiert auch seinem Trainer. "Ich erlebe ihn hier unheimlich ehrgeizig, er ist eine Persönlichkeit. Er kann auf den Punkt seine Leistung abrufen, das macht ihn so unentbehrlich", sagte Löw.

Schwächelnde Alternativen

Ein Khedira in Top-Form verleiht dem Spiel des Weltmeisters viel Struktur und Stabilität. Zumal die Alternativen zuletzt etwas schwächelten. Gündogan enttäuschte nach guten Leistungen bei Manchester City im Länderspiel-Klassiker gegen Brasilien (0:1) im März in Berlin. Goretzka und Rudy drängten sich nach ihren starken Vorstellungen beim Confed-Cup-Sieg nicht in den Vordergrund. Deshalb kann Khedira trotz des großen Gerangels auf der Sechser-Position entspannt Werbung in eigener Sache betreiben.

Mit Routine nach Russland

Der acht Jahre jüngere Goretzka gibt sich im Trainingslager zurückhaltender. "Ich will im Training und in den Spielen Gas geben. Dann sehen wir, was passiert", sagte der künftige Münchner, der für seinen WM-Traum auch zu Kompromissen bereit ist: "Mein Vorteil ist, dass ich variabel einsetzbar bin." Khediras Auftritt vor den Medienvertretern ist da deutlich forscher. Während er vor vier Jahren die Vorbereitung auf die WM in Brasilien nach einem gerade erst überstandenen Kreuzbandriss nicht topfit aufnehmen konnte, ist er nun "auf einem guten Level". Angst, von einem der jüngeren Konkurrenten verdrängt zu werden, hat der Routinier nicht. Die jungen Spieler würden zwar viel frischen Wind reinbringen und die Älteren pushen, so Khedira. Aber die Erfahrung spreche für ihn.

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