Saad Hariri bleibt vorerst Regierungschef im Libanon | Aktuell Nahost | DW | 22.11.2017
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Libanon

Saad Hariri bleibt vorerst Regierungschef im Libanon

Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri hat seinen Rücktritt nach eigenen Angaben noch einmal vertagt. Damit sei er einer Bitte von Staatspräsident Michel Aoun nachgekommen, erklärte Hariri in Beirut.

Libanon Premier Hariri zeigt sich in Öffentlichkeit (Reuters/M. Azakir)

Hariri (r.) zeigt sich wohlgelaunt mit Präsident Aoun auf einer Militärparade in Beirut

Der Premier war erst am Dienstagabend nach längerer Abwesenheit in sein Heimatland zurückgekehrt. Ministerpräsident Saad Hariri hatte Anfang des Monats von Saudi-Arabien aus unter ungeklärten Umständen seinen Amtsverzicht verkündet. Dieser war von Staatschef Michel Aoun bisher jedoch nicht angenommen worden.

Er wolle auf Bitten Aouns mit seiner Entscheidung noch warten, sagte Hariri im Fernsehen. Es sollten so noch Gespräche mit der Regierung über die Hintergründe seines Schrittes ermöglicht werden.  

Nach Hariris Rücktrittserklärung waren Sorgen aufgekommen, im Libanon könne ein neuer Stellvertreterkonflikt zwischen dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien und dessen schiitischem Erzrivalen Iran entstehen. Saudi-Arabien wirft der Hisbollah und deren Schutzmacht Iran vor, in der Region Unruhe zu stiften.

Komplott? Verschwörung?

Aoun hatte Hariris Verbündetem Saudi-Arabien vor einer Woche vorgeworfen, den sunnitischen Politiker festzuhalten. Die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah erklärte, Hariri sei zum Rückzug gezwungen worden. Hariri selbst hatte bei seiner Rücktrittserklärung ein Mordkomplott angedeutet und die Hisbollah ebenfalls beschuldigt, für Unruhe zu sorgen. 

Der 47-Jährige sprach von Angst vor einem Attentat. Schon sein Vater Rafiq Hariri - ebenfalls Ministerpräsident - war 2005 einem Anschlag zum Opfer gefallen. 

Hariri war nach einem Besuch in Frankreich und Ägypten nach Beirut zurückgekommen. Am Mittwochmorgen zeigte er sich erstmals wieder bei einem offiziellen Termin in der libanesischen Öffentlichkeit. Er gehörte zu den Gästen einer Militärparade zum Unabhängigkeitstag des Landes. Dort saß er auf der Ehrentribüne neben Präsident Aoun. 

SC/kle (afp, rtr, dpa)