Südkoreaner wird neuer Chef von Interpol | Aktuell Welt | DW | 21.11.2018
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Polizei

Südkoreaner wird neuer Chef von Interpol

Der Südkoreaner Kim Jong Yang ist zum neuen Präsident der internationalen Polizeibehörde Interpol gewählt worden. Auf der Jahrestagung in Dubai setzte er sich gegen den russischen Kandidaten Alexander Prokoptschuk durch.

Wie Interpol mitteilte, wurde der Südkoreaner Kim Jong Yang von den Delegierten der Mitgliedsländer von Interpol für zwei Jahre in das Amt gewählt. Als Favorit für den Posten hatte der bisherige Vize-Interpol-Chef Alexander Prokoptschuk aus Russland gegolten. Interpol koordiniert die internationale Zusammenarbeit der Polizei und dient dem Austausch von Informationen, zum Beispiel über Haftbefehle.

Gegen die mögliche Wahl eines Russen an die Spitze der Interpol hatten vor allem die Ukraine und Litauen protestiert. Beide drohten damit, ihre Mitgliedschaft auszusetzen. Auch in den USA gibt es Kritik. Eine Gruppe von Senatoren appellierte an die US-Regierung und die Interpol-Generalversammlung, sich gegen Prokoptschuk zu stellen. Eine Vertreterin des russischen Innenministeriums sprach vom Versuch einer "Diskreditierung".

Russland Kandidat für Interpol-Chefposten Alexander Prokopchuk, (picture-alliance/TASS/V. Sharifulin)

Bei der Abstimmung in Dubai unterlegen: der russische Bewerber Alexander Prokuptschuk

In den vergangenen Jahren wurde Russland immer wieder unter denjenigen Ländern genannt, die so genannte Red-Notice-Ausschreibungen der Interpol für politische Zwecke missbrauchen würden. Es handelt sich um ein Gesuch, einen Verdächtigen festzunehmen, mit dem Ziel einer späteren Auslieferung.

Vorgänger in China inhaftiert

Der 57-jährige Südkoreaner hatte die Organisation übergangsweise in den vergangenen Wochen geleitet, nachdem sein Vorgänger Meng Hongwei bei einer Reise nach China verschwunden war. Die Regierung in Peking bezichtigt Meng der Korruption und leitete Ermittlungen wegen der mutmaßlichen Annahme von Schmiergeld und weiterer Gesetzesverstöße ein.

Die chinesische Führung unter Präsident Xi Jinping hat der Korruption den Kampf angesagt. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche einst unantastbare Mitglieder der Kommunistischen Partei, der Regierung, des Militärs und Mitarbeiter staatlicher Unternehmen im Zuge der Kampagne verurteilt. Meng wurde im November 2016 Interpol-Präsident. Die Personalie gehörte zu den Bemühungen Chinas, mehr Schlüsselpositionen in internationalen Organisationen zu besetzen, um Prestige und Einfluss in der Welt zu stärken.

kle/cgn (rtr, afp, dpa, DW)

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