Südkorea tritt auf die Bitcoin-Bremse | Wirtschaft | DW | 13.12.2017
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Kryptowährung

Südkorea tritt auf die Bitcoin-Bremse

Die Warnungen vor dem Bitcoin-Boom halten an. Südkorea will nun Gewinne aus Kryptowährungen besteuern. Währenddessen wird bekannt, dass mittlerweile auch der bulgarische Staat investiert ist - rein zufällig.

Südkorea erwäge die Besteuerung von Kapitalgewinnen aus dem Handel mit Kryptowährungen, teilte das Büro für die Koordinierung der Regierungspolitik nach einer Dringlichkeitssitzung mit. Die Möglichkeit von Regulierungen durch Staaten gilt als Achillesferse für den Bitcoin.

Neben der möglichen Besteuerung will Südkorea auch verhindern, dass Minderjährige mit Kryptowährungen handeln und Anlagekonten eröffnen können. Das Verbot für Finanzinstitute, mit virtuellen Währungen zu handeln, soll aufrechterhalten bleiben. Südkorea gehört zur wichtigen G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer und gilt als eine wichtige Bitcoin-Hochburg. In Asien ist der Handel mit Bitcoin und anderen Digitalwährungen besonders populär. In Südkorea kletterte das monatliche Handelsvolumen auf der größten Plattform des Landes, Bithumb, im November auf 56 Billionen Won (etwa 43,6 Milliarden Euro), wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

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Die Warnrufe werden lauter. So hat auch der Chef der australischen Notenbank vor der Digitalwährung gewarnt - betont aber zugleich, dass man sich selbst mit der Technologie befassen müsse. Auch Mehmet Simsek, Vizepremier der Türkei sagte via Twitter, der Bitcoin sei "die größte Blase in der Finanzgeschichte". Der Ökonom und ehemalige Banker bezog sich dabei auf eine Grafik des Investmenthauses "Convoy Investments". Darauf sind die Kursanstiege historischer Finanzblasen abgebildet. "Man sollte sich von dieser Spekulation fernhalten. So wie der Preis des Bitcoin plötzlich stark steigt, kann er auch abstürzen", so Simsek.

Ein gefundener Schatz

Laut bulgarischen Medien hatten Behörden im Mai bei einem Zugriff gegen Kriminelle Bitcoins gefunden. Insgesamt soll der bulgarische Staat seitdem über 213.000 Bitcoins verfügen -  nach aktuellem Stand haben die einen Wert von fast 3,4 Milliarden. Unklar ist allerdings, ob die bulgarische Regierung auch die Passwörter erbeuten konnte. Die wären nötig, um die Bitcoins zu verkaufen.

Anleger schauen genau auf die Bitcoin-Aktivitäten in Sofia - denn ein plötzlicher Verkauf einer solchen Menge Bitcoins könnte einen Kurseinbruch verursachen. Bislang hat die bulgarische Regierung allerdings nicht verkündet, was sie mit ihrem digitalen Schatz anfangen will.

Weiter auf dem Vormarsch

Zum Wochenbeginn war der Kurs erstmals auf allen wichtigen Handelsplätzen über 17.000 Dollar pro Bitcoin gestiegen. Nach Daten der Internetseite Coinmarketcap.com wurde in der Nacht auf Mittwoch die Grenze von einer halbe Billion US-Dollar überschritten. So viel sollen alle Kryptowährungen, von denen es mittlerweile mehr als 1300 geben soll, zusammen wert sein. Mehr als die Hälfte davon entfalle auf Bitcoin. Auslöser dafür war, dass der US-Börsenbetreiber CBOE erstmals einen Terminkontrakt auf Bitcoinangeboten hat. Dadurch können Bitcoin faktisch auch am klassischen Finanzmarkt gehandelt werden und nicht nur auf spezialisierte Online-Portalen. Zu Jahresbeginn kostete ein Bitcoin noch 1000 Dollar.

nm/hb (dpa, rtr, novinite )

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