Südkorea bringt Satelliten ins All | Aktuell Asien | DW | 21.06.2022
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Raumfahrt

Südkorea bringt Satelliten ins All

Südkorea hat erstmals erfolgreich einen Satelliten mit einer selbst gebauten Trägerrakete in die Erdumlaufbahn befördert. Die dreistufige Weltraumrakete Nuri hatte in Goheung wie geplant abgehoben.

Start der Raumfahrtrakete «KSLV-II» in Südkorea

Südkoreas Weltraumrakete KSLV-II, auch Nuri genannt, startet vom Naro Space Center in Goheung

Das Wissenschaftsministerium in Seoul teilte mit, die Rakete vom Typ KSLV-2 sei vom Naro-Raumfahrtzentrum in Goheung im Süden des Landes gestartet. 40 Minuten später habe auf einer niedrigen Umlaufbahn ein 162,5 Kilogramm schwerer Satellit Kontakt mit einer Forschungsstation in der Antarktis aufgenommen.

Im Oktober 2021 war ein Testflug der Rakete noch fehlgeschlagen. Die dreistufige Nuri-Rakete hatte zwar binnen weniger Minuten die angestrebte Höhe von 600 Kilometern erreicht. Allerdings gelang es ihr dann nicht, die anderthalb Tonnen schwere Satellitenattrappe wie geplant in deren Erdumlaufbahn zu bringen. Wissenschaftsminister Lee Jong Ho sprach daher diesmal von einem "denkwürdigen Moment" in der Geschichte der Wissenschafts- und Technologieentwicklung des Landes.

Lukratives Geschäft mit Satelliten

Im Rahmen seines ehrgeizigen Raumfahrtprogramms entwickelt Asiens viertgrößte Volkswirtschaft eigene Trägerraketen, um im Geschäft um die Beförderung von Satelliten mitmischen zu können. Mit der Nuri-Rakete wurden diesmal zudem eine 1,3 Tonnen schwere Satellitenattrappe und vier kleine, von Universitäten entwickelte Satelliten für Forschungszwecke auf eine Umlaufbahn gebracht. Die Rakete hatte 200 Tonnen Treibstoff an Bord.

Start der Raumfahrtrakete «KSLV-II» in Südkorea

Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol (Mitte) feiert den erfolgreichen Start der Weltraumrakete

Südkorea gilt als das siebte Land nach den USA, Russland, Frankreich, China, Japan und Indien, das erfolgreich eine Trägerrakete entwickelt hat, die einen Satelliten mit über eine Tonne Gesamtmasse in eine Umlaufbahn bringen kann. Dem mit Südkorea verfeindeten Nordkorea war es 2012 gelungen, einen 300 Kilogramm schweren Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen.

Die Entwicklung der Trägerrakete hatte rund ein Jahrzehnt gedauert. Sie hat das Land nach Berichten südkoreanischer Medien fast zwei Billionen Won (etwa 1,5 Milliarden Euro) gekostet. Konstruiert wurde die Rakete vom Koreanischen Raumfahrt-Forschungsinstitut (KARI). Bis 2027 sind vier weitere Starts geplant. Im März hatte Südkorea nach eigenen Angaben eine Trägerrakete aus eigener Entwicklung für hauptsächlich militärische Zwecke erfolgreich getestet. Die Rakete soll künftig kleinere Militärsatelliten für die Erdbeobachtung aussetzen.

kle/jj (dpa, afp, ape)

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