Süd- und Nordkorea wollen Bahnverbindungen reaktivieren | Aktuell Asien | DW | 26.06.2018
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Koreanische Halbinsel

Süd- und Nordkorea wollen Bahnverbindungen reaktivieren

Die Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea macht Fortschritte: Die beiden Länder haben sich auf Pläne zur Modernisierung und Wiederherstellung von Eisenbahnverbindungen über die Grenze hinweg geeinigt.

Südkorea, Goseung: Süd- und Nordkorea testen erstmals Bahnverbindungen (picture-alliance/dpa/J. Heon-Kyum)

Ein nordkoreanischer Zug rollt durch ein Tor nahe der entmilitarisierten Zone in Goseong (Archivbild)

Als erstes soll ab dem 24. Juli ein gemeinsames Team von Experten die Streckenteile auf nordkoreanischer Seite inspizieren, die mit Südkorea verbunden werden könnten. Das geht aus einer Erklärung hervor, die Unterhändler beider Seiten nach Beratungen im Grenzort Panmunjom veröffentlicht haben.  Die Inspektionen sollen im Juli im westlichen Teil der koreanischen Halbinsel beginnen, wo künftig eine Schienenstrecke die südkoreanische Hauptstadt Seoul mit der nordkoreanischen Hafenstadt Sinuiju an der Grenze zu China verbinden könnte. Die Inspektionen sollen dann auf eine Strecke an der Ostküste ausgeweitet werden. Weiter wurde vereinbart, dass am Donnerstag Delegationen beider Seiten zusammenkommen, um über eine mögliche Kooperation im Straßenverkehr zu sprechen.

Um die wirtschaftliche Zusammenarbeit einschließlich des Bahnverkehrs wieder in Gang zu setzen, müssen allerdings zuerst die internationalen Sanktionen gegen Nordkorea aufgehoben werden. Das weithin abgeschottete Land ist wegen seines Atomprogramms strengen Wirtschaftssanktionen unterworfen.

Wegweisendes Gipfeltreffen

Mit den Gesprächen über die Zusammenarbeit im Transportbereich setzten Süd- und Nordkorea einen Punkt der Erklärung ihres Gipfeltreffens vom 27. April um, bei dem die Präsidenten Kim Jong Un und Moon Jae-in auch ein vages Bekenntnis zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel ablegten.

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Korea: Wachsende Hoffnung in einem geteilten Land

Seit dem Gipfel hatten sich beide Seiten bereits darauf geeinigt, die militärischen Kommunikationskanäle wiederherzustellen. Außerdem hatte es eine Einigung über neue Treffen zwischen Familien gegeben, die seit dem Korea-Krieg (1950-1953) getrennt sind. 

Zweiter Anlauf

Ende Dezember 2007 hatten beide Länder erstmals seit dem Korea-Krieg im Westen wieder einen Eisenbahnbetrieb für den Gütertransport über die Grenze eingerichtet. Doch aufgrund erneut aufgebrochener Spannungen zwischen beiden Ländern wurde der Betrieb nach knapp einem Jahr wieder eingestellt. 

Experten geben zu bedenken, dass eine grundlegende Modernisierung des nordkoreanischen Bahnsystems massive Anstrengungen erfordern würde, die Jahrzehnte dauern und Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe erfordern würden. Die nordkoreanischen Züge fahren teilweise noch auf Bahnstrecken, die während der japanischen Besetzung Koreas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erbaut wurden.

kle/qu (dpa, ape)

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