Russland-Ausstieg kostet Ölriesen BP Milliarden | Wirtschaft | DW | 03.05.2022
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Energie

Russland-Ausstieg kostet Ölriesen BP Milliarden

Ein Milliardengewinn auf der einen Seite, ein Rekordverlust auf der anderen Seite. Die Quartalszahlen des Ölriesen BP sind geprägt vom Krieg in der Ukraine und den Sanktionen gegen Russland.

Der britische Energieriese BP hat trotz eines Umsatzsprungs wegen steigender Öl- und Gaspreise im ersten Quartal einen Milliardenverlust erlitten. Der Konzern verbuchte ein herbes Minus von 20,4 Milliarden Dollar (rund 19,4 Milliarden Euro), wie BP am Dienstag mitteilte. Grund dafür ist, dass sich BP wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine von seinen Anteil am russischen Rosneft-Konzern getrennt hatte. BP war mit knapp 20 Prozent an dem russischen Ölkonzern beteiligt und hatte Ende Februar angekündigt, sich von seiner Beteiligung an Rosneft zu trennen - Abschreibungen von bis zu 25 Milliarden Dollar könnten die Folge sein, erklärte BP damals.

Gleichzeitig ließen die gestiegenen Öl- und Gaspreise die Kassen klingeln. Der Konzern fuhr im ersten Quartal den höchsten bereinigten Gewinn seit 2008 ein und kündigte am Dienstag an, mehr Geld in den Rückkauf eigener Aktien zu stecken. Das trieb die BP-Aktie in London um mehr als drei Prozent in die Höhe. Im ersten Quartal konnte BP den bereinigten Gewinn auf 6,25 (Vorjahr: 2,6) Milliarden Dollar mehr als verdoppeln. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 4,5 Milliarden Dollar gerechnet. Die Abschreibungen auf die Rosneft-Beteiligung und zwei weitere Joint Ventures sorgten allerdings unter dem Strich für einen Rekordverlust von 20,4 Milliarden Dollar, nach einem Gewinn von 4,7 Milliarden Dollar vor Jahresfrist, wie BP mitteilte.

Rosneft-Logo in Moskau

Rosneft-Logo in Moskau

Im Gleichschritt mit der Konkurrenz

Im vergangenen Jahr hatte BP mit seinem Russland-Geschäft drei Prozent seines Cash Flow erwirtschaftet. Der Ausstieg aus Russland ändere nichts an den Plänen, von Öl und Gas auf erneuerbare Energien umzusteigen. Das "hat unsere Strategie, unseren Finanzrahmen oder unsere Erwartungen an die Ausschüttungen an die Aktionäre nicht verändert", betonte Vorstandschef Bernard Looney. Zugleich kündigte er an, dass der Konzern seine Aktienrückkäufe auf 1,5 Milliarden Dollar pro Quartal von zuvor 1,25 Milliarden steigern werde.

Auch die BP-Wettbewerber wie Exxon Mobil, Chevron oder TotalEnergies hatten im ersten im Quartal kräftige Zuwächse erzielt. Auch ihre Ergebnisse wurden von den höheren Öl- und Gaspreise und starken Handelsgeschäften angetrieben.

hb/iw (dpa,rtr,afp)

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