Russische Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa ist tot | Aktuell Europa | DW | 08.12.2018
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Russland

Russische Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa ist tot

Im Alter von 91 Jahren ist die renommierte russische Kremlkritikerin Ljudmila Alexejewa gestorben. Die frühere sowjetische Dissidentin war eine Ikone des unermüdlichen Kampfes für die Bürgerrechte in ihrem Land.

Sie sei nach schwerer Krankheit in einem Krankenhaus in Moskau gestorben, teilte der Menschenrechtsrat des russischen Präsidenten mit. "Das ist ein schrecklicher Verlust für die gesamte russische Menschenrechtsbewegung", beklagte der Vorsitzende des Rates, Michail Fedotow, in einer Mitteilung.

Alexejewa war eine der renommiertesten Bürgerrechtlerinnen Russlands. Gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow gründete sie 1976 die Moskauer Helsinki-Gruppe, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzte.

Berufsverbot und Exil

Nach harscher Kritik an politischen Prozessen wurde sie aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen und erhielt Berufsverbot. 1977 musste Alexejewa die damalige Sowjetunion verlassen.

Im Exil in den USA veröffentlichte die Historikerin 1984 ein Buch über die Dissidenten-Bewegung in der Sowjetunion. In ihre Heimat kehrte die Russin erst 1993 zurück, wo sie sich fortan weiter für die Menschenrechte engagierte.

Seit 2004 war sie mit Unterbrechung Mitglied im Menschenrechtsrat beim russischen Präsidenten. Die Aktivistin kritisierte offen die zunehmenden Repressionen gegen die Opposition im Land. Im Jahr 2009 wurde sie mit dem Sacharow-Preis des EU-Parlaments und dem deutschen Bundesverdienstkreuz geehrt.

Der russische Präsident Wladimir Putin würdigte Alexejewas "Beitrag für die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Russland". Er habe ihre Positionen "in vielen Fragen des Landes" hoch respektiert, ließ Putin über einen Sprecher mitteilen.

uh/jj (dpa, afp)

 

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