Rund 270 Grindwale in Australien gestrandet | Aktuell Welt | DW | 21.09.2020
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Umwelt und Natur

Rund 270 Grindwale in Australien gestrandet

Vor der australischen Insel Tasmanien ist eine Rettungsaktion für die gestrandeten Grindwale angelaufen. Sie gestaltet sich in der abgelegenen Region aber schwierig. Für ein Drittel der Tiere kommt die Hilfe zu spät.

Die Anstrengungen von etwa 60 Rettungskräften für die verirrten Grindwale vor der Westküste Australiens sind in eine kritische Phase getreten. Experten gehen davon aus, dass jedes dritte Tier in der abgelegenen Macquarie-Bucht im Westen der Insel Tasmaniens bereits tot ist. Die Biologin Kris Carlyon vom Marine Conservation Program sagte, die meisten Wale seien von Booten aus nicht zu erreichen. Die Rettungsaktion könne nur langsam und Schritt für Schritt ablaufen.

Dabei würden die Helfer ihre Anstrengungen auf die Wale mit den besten Überlebenschancen konzentrieren. "Einige Wale dürften einfach zu groß sein oder sich an einen unpassenden Standort befinden." Die Behörde für Wildtiere teilte mit, es sei sehr schwer zu erkennen, in welchem Zustand sich die noch lebenden Wale befänden.

Nach Angaben von Wissenschaftlern waren zwei große Herden von Grindwalen in der Bucht an der zerklüfteten und wenig besiedelten Westküste der Insel gestrandet. Bilder zeigten, dass die Meeressäuger dicht gedrängt in flachen Gewässern nach Raum suchten. 

Die Rettungsaktion wird durch Ebbe und Flut beeinträchtigt. "Wir werden den Tieren heute Nacht noch nicht helfen können", sagte Nic Deka von der Behörde am Montag. Die Öffentlichkeit sei nicht aufgefordert, bei der Rettung der Wale zu helfen, sagte er weiter. Bei Bedarf würden ausgebildete Freiwillige aus dem Bundesstaat hinzugezogen. Die Wale seien an mehreren Stellen in der Gegend gestrandet.

Australien Wahle gestrandet in Tasmanien (Ryan Bloomfield/Reuters)

Die verirrten Grindwale vor Tasmanien stecken nun im flachen Wasser fest

Hunderte Wale gemeinsam auf Wanderschaft

Strandungen von Walen kommen in Tasmanien recht häufig vor, meist sind aber weit weniger Tiere betroffen. Zuletzt war in der Gegend eine kleinere Gruppe von Pottwalen an die Küste geraten.

Grindwale sind sehr soziale Tiere, mehrere Hundert von ihnen können gemeinsam auf Wanderschaft sein. Dabei folgen die Gruppen - Schulen genannt - einzelnen Leittieren. Diesen schwimmen sie auch in flaches Wasser nach, wo sie sich nicht mehr orientieren können. Bei solchen Massenstrandungen, deren Ursachen noch weitgehend unklar sind, stirbt meist ein Großteil der Tiere.

sth/rb/kle (dpa, afp) 

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