Ruanda weist evangelikalen Prediger aus | Aktuell Afrika | DW | 08.10.2019
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Ostafrika

Ruanda weist evangelikalen Prediger aus

Wegen Hassreden war ihm die Aufenthaltserlaubnis entzogen worden. Der US-Bürger Gregg Schoof hatte in dem ostafrikanischen Land einen Radiosender und eine Kirche betrieben.

Hochhäuser Kigali (DW/A.Koch)

Straßenszene in der ruandischen Hauptstadt Kigali

Am Montag wurde Gregg Schoof wegen Störung der öffentlichen Ordnung festgenommen, als er in der Hauptstadt Kigali auf offener Straße eine Pressekonferenz abhielt und eine Erklärung verteilte. Darin warf er der Regierung Heidentum vor, weil sie Evolution an den Schulen unterrichte, Kondome verteile und Abtreibungen erlaube.

In seiner Presseerklärung teilte Schoof zudem mit, dass er beabsichtige, sich im Nachbarland Uganda niederzulassen, weil ihm die ruandischen Behörden ein neues Visum verweigerten.

Schoof war vor 16 Jahren mit seiner Familie nach Ruanda gezogen, wo er eine baptistische Kirche sowie den Radiosender "Amazing Grace" gründete. Ende Januar 2018 war auf dem Sender eine von Menschenrechtlern scharf kritisierte Predigt ausgestrahlt worden, die Frauen als Inkarnation des Bösen beschrieb.

Wenige Monate später entzog der ruandische Medienregulator dem Sender die Lizenz. Im Februar dieses Jahres schlossen die Behörden zudem Schoofs Kirche. Ihr waren ebenso wie Hunderten anderen geschlossenen freien Kirchen Verstöße gegen das Baurecht und Lärmbelästigung vorgeworfen worden.

Eine neue Arbeitsgenehmigung wurde dem US-Pastor verweigert. Seit Juli hielt er sich den ruandischen Behörden zufolge illegal im Land auf. Deshalb wurde er jetzt in seine Heimat abgeschoben.

uh/AR (rtr, epd, @NewTimesRwanda)