Rosneft kauft TNK-BP komplett
22. Oktober 2012
Zudem erklärte Rosneft-Chef Igor Setschin, sein Unternehmen habe auch die zweite Hälfte an dem Joint Venture von einem russischen Oligarchenkonsortium erstanden. Er bezifferte das Gesamtvolumen auf 61 Milliarden US-Dollar (46,76 Mrd Euro).
Das Milliardengeschäft gilt als neuer Erfolg für Kremlchef Wladimir Putin bei seinem Ziel, die Rohstoffschätze des Riesenreichs wieder unter staatliche Kontrolle zu bekommen. "Dieses große Geschäft ist nicht nur für den russischen Energiesektor wichtig, sondern auch für die Wirtschaft des Landes", sagte Putin.
Rosneft werde BP 17,1 Milliarden US-Dollar zahlen, teilte BP mit. Zudem bekomme BP einen Anteil von 12,84 Prozent an Rosneft zu einem Preis für die Aktie von acht US-Dollar. Das Oligarchenkonsortium AAR erhalte 28 Milliarden US-Dollar, sagte Setschin.
Kreml wird Ölproduktion kontrollieren
Gelingt das Geschäft, würde es Rosneft in die Top-Liga der weltweit größten Ölkonzerne katapultieren. Es wäre dann der größte börsennotierte Ölkonzern. 2011 produzierten Rosneft und TNK- BP täglich rund 4,0 Millionen Barrel. Rosneft allein kommt derzeit auf 2,38 Millionen Barrel pro Tag - der chinesische Branchenführer Petro China produziert 2,4 Millionen Barrel täglich, die US-Gruppe Exxon Mobil 2,3 Millionen Barrel. Weit davor liegt der staatliche - aber nicht börsennotierte - saudiarabische Konzern Aramco mit zehn Millionen Barrel am Tag.
Brisant ist das geplante Geschäft vor allem wegen des noch wachsenden Einflusses des russischen Staates. Moskau würde bei einem Abschluss des Kaufs 40 Prozent der Ölfördermenge des Landes kontrollieren und hätte wieder eine so große Kontrolle über die Ölproduktion im Land wie zu Sowjetzeiten. Rosneft ist bereits die Nummer eins der Branche in Russland, TNK-BP die Nummer drei.
ul/Lo (dpa, rtr, dapd, afp)