Ronaldinho: Es wird Brasiliens WM | Sport | DW | 17.04.2006
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Sport

Ronaldinho: Es wird Brasiliens WM


Ronaldinho: Der Ball ist meine Freundin

DW-WORLD: Sie sagten kürzlich, dass der Ball ihre Freundin ist und, dass es nichts anderes auf der Welt gibt, das Sie glücklicher macht als Fußball zu spielen. Gibt es wirklich nichts anderes, das Sie glücklicher macht? Was passiert zum Beispiel, wenn Sie ein Spiel verlieren?

Ronaldinho und sein Freund der Deutsche Welle Ball

Ronaldinho und seine Freundin

Ronaldinho: Das ist ein frustrierender Moment. Du trainierst die ganze Woche, gibst dein Bestes und manchmal ist es doch nicht genug, um dein Ziel zu erreichen. Ich habe schon immer gesagt, dass der Ball meine Freundin ist und solange ich Fußball spiele wird er das bleiben. Es gibt auch andere wunderbare Dinge in meinem Leben. Jede Sache hat in seinem Moment eine große Wichtigkeit in meinem Leben. Aber wenn ich den Ball habe, ist er meine Freundin und dementsprechend behandele ich ihn mit aller Zärtlichkeit.

Bei Ihnen scheint der Ball förmlich am Fuß, auf dem Kopf und an der Brust zu kleben. Wie machen Sie das?

Fußball spielen ist das, was ich schon immer gemacht habe, seit meiner Kindheit. Ich habe es schon immer geliebt, mit dem Ball zu spielen. Und ich habe meinem großen Bruder Roberto, der auch Profi war, zugeschaut. Meine Cousins haben ebenfalls gerne mit dem Ball gespielt. So hat sich bei mir eine Liebe zum Ball entwickelt. Und heute gehe ich mit viel Zärtlichkeit und Affinität mit dem Ball um.

Wie wichtig war Ihre Familie für Ihre Karriere?

Die Familie war die Basis für alles. Ich bin nur dank meiner Familie geworden, was ich bin. Und nur für sie, zu ihrem Wohlergehen, würde ich alles aufgeben, um wieder von null anzufangen. Meine Familie ist das Wichtigste, das ich habe.

Die Hälfte Ihrer Familie lebt bereits in Barcelona. Sie haben Ihren Vertrag beim Verein bis 2010 verlängert, für eine festgesetzte Ablösesumme von 125 Millionen Euro. Was unterscheidet den FC Barcelona von anderen Vereinen, die an Ihnen interessiert sind?

Als ich von Paris Saint Germain hierher kam, wurde ich auf einer ganz anderen Art empfangen, als ich mir das vorgestellt hatte. Bevor ich überhaupt das Trikot angezogen hatte, bevor ich mein erstes Spiel bestritt, waren bereits 35.000 Zuschauer im Stadion, die mir zujubelten, mich voller Zuwendung aufnahmen. Vom ersten Moment an war es hier anders. Wegen dieser Gastfreundschaft und dieser Zärtlichkeit kann ich mir nicht vorstellen, von hier weg zu gehen.

Barcelona-Fans sagen, dass Sie die Magie zurück ins Stadion gebracht haben. Wie kommt diese Nähe zu den Zuschauern zustande?

Ich fühle mich hier einfach zu Hause. Hier spiele ich Fußball, als würde ich im Garten meines Hauses spielen, als wäre meine ganze Familie dabei. Meine Familie, das sind 100.000 Menschen. Es gibt nichts Besseres, als sich von 100.000 Menschen geliebt zu fühlen und 100.000 Menschen bei jedem Spiel glücklich zu machen. Mir fehlt hier nichts. Ich tue das, was ich am meisten liebe. Und dabei mache ich sehr viele Leute glücklich.

Denken Sie daran, Ihre Karriere hier zu beenden?

Ich kann mir keinen anderen Ort dafür vorstellen als Barcelona. Hier kämpfen wir jedes Jahr um den Titel. Wir sind auf einem sehr guten Weg. Die Gruppe ist sehr gut. Solange ich all das haben kann, möchte ich so lange wie möglich bei Barcelona bleiben.

Sie leben Ihr großes Glück und doch gibt es im Fußball auch weniger glückliche Momente. Kürzlich, beim Spiel in Zaragossa, drohte Ihr Vereinskollege Eto'o, aus Protest gegen rassistische Beschimpfungen das Spielfeld zu verlassen. Wie sehen Sie das Problem des Rassismus im Fußball?

Es ist eine schlimme Sache. Wir versuchen immer eine Botschaft zu vermitteln, dass dies nicht der richtige Weg ist. Wir hoffen, dass dieses Problem sobald wie möglich ein Ende hat. Was mit Eto'o passiert ist, hat uns alle bei Barcelona sehr traurig gemacht. Wir hoffen, dass so etwas nie wieder vorkommt. Der richtige Weg ist, dass die Fans ins Stadion gehen, um Spaß zu haben, um ihre Mannschaft zu unterstützen und glücklich aus dem Stadion gehen. Alle Menschen sind gleich, unabhängig von Hautfarbe, Rasse oder was auch immer. Alle geben ihr Bestes, um viele Menschen glücklich zu machen.

Ronaldinho sagt, er führe ein ganz normales Leben. Wie sieht dieses normale Leben aus? Lesen Sie den dritten und letzten Teil des DW-WORLD-Interviews mit dem Weltfußballer.

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