Retter oder Schlepper? | Alle multimedialen Inhalte der Deutschen Welle | DW | 29.01.2018
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Retter oder Schlepper?

Private Hilfsorganisationen retteten 2017 im Mittelmeer zehntausende Flüchtlinge aus Seenot. Doch ihr Engagement steht in der Kritik: Sie würden mit Schleppern kooperieren und einen regelrechten Fährdienst betreiben. Was steckt hinter den Vorwürfen?

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Italien ächzt unter der Last der Flüchtlinge: Zwar haben 2017 im Vergleich zum Vorjahr weniger Menschen die lebensgefährliche Überfahrt von Nordafrika nach Kalabrien, Apulien, Sizilien oder Lampedusa gewagt, doch noch immer reißt der Flüchtlingsstrom nicht ab. Zudem würden die nichtstaatlichen Hilfsorganisationen zumindest teilweise mit den Schleppern paktieren, sagt die italienische Regierung. So habe sich ein regelrechter Fährdienst entwickelt, der mit Seenotrettung im eigentlichen Sinne nichts mehr gemein habe. Was steckt hinter diesen Vorwürfen? Die NGOs weisen die Anschuldigungen zurück, und die meisten sind auch nicht bereit, einen Verhaltenskodex zu unterschreiben, der die Rettung strengen - in ihren Augen unhaltbaren - Regeln unterwerfen würde. Zwar würden so die Flüchtlingszahlen minimiert. Doch dies käme einem Todesurteil gleich - für Tausende, die noch flüchten werden. Zugleich spielt das Regelwerk der libyschen Küstenwache in die Hände, die von der EU dafür bezahlt wird, dass sie Flüchtlingsboote abfängt und die Menschen nach Nordafrika zurückbringt.