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Reichstes Zehntel verursacht Umweltschäden in Billionenhöhe

19. Juni 2026

Erderwärmung, Artensterben, Süßwasserverbrauch: Die reichsten Menschen tragen deutlich überproportional zur Zerstörung der Umwelt bei, wie eine neue Studie aufzeigt.

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Wohlhabende Frau mit Einkaufstüten (Symbolbild)
Wer über ein Nettovermögen von etwa 100.000 US-Dollar verfügt, gehört - global gesehen - bereits zu den "Top 10  %"Bild: Peopleimages/Pond5 Images/IMAGO

Allein durch ihren Konsum verursachen die reichsten zehn Prozent der Menschheit pro Jahr Umwelt- und Klimaschäden in Höhe von schätzungsweise 1,7 bis 5,7 Billionen US-Dollar (rund 1,5 bis 4,9 Billionen Euro), wie Forschende der niederländischen Universität Leiden und der englischen Universität Oxford im Fachjournal "Communications Sustainability"berechnen.

"Auch wenn es mir unangenehm ist, der Umwelt einen Preis zuzuweisen - der wahre Wert der Natur ist unermesslich -, machen Geldbeträge das Ausmaß der Schäden und der Verantwortung der obersten zehn Prozent deutlich", erläutert Hauptautorin Inge Schrijver aus Leiden. "Die Schadenssumme ist höher als die Mittel, die weltweit für Klima- und Biodiversitätsfonds benötigt werden."

In der Studie untersuchte das Team die Folgen für einige ausgewählte planetare Belastungsgrenzen: Etwa die Hälfte der verursachten Schäden entfällt der Berechnung zufolge auf das Artensterben, an zweiter Stelle folgt der Klimawandel mit rund 40 Prozent. Mit einbezogen in die Untersuchung wurden auch die Anreicherung mit Stickstoff und Phosphor sowie der Verbrauch von Süßwasser.

Viele Reiche in Nordamerika und Europa

Die reichsten zehn Prozent der Menschheit seien ungleich über die Erde verteilt, betonen die Forschenden. 60 Prozent von ihnen leben demnach in den USA und in der Europäischen Union. In den Vereinigten Staaten liegen die pro Kopf verursachten jährlichen Schäden durch die reichsten zehn Prozent laut Studie zwischen 19.000 und 63.000 Dollar. Für Deutschland wurden pro Person ein Mittelwert von knapp 10.000 Dollar errechnet.

Frankreich l Côte d’Azur -  Saint Tropez und Ramatuelle
Ein Treffpunkt der Reichen: Saint-Tropez im Südosten FrankreichsBild: Christian Liewig/ABACAPRESS/picture alliance

"Die oberen zehn Prozent sind wichtig - nicht nur, weil sie den meisten Schaden verursachen, sondern auch, weil sie den größten Einfluss haben, ihn zu verringern", unterstreicht Co-Autor Paul Behrens von der Universität Oxford. Sie entschieden mit ihren Investitionen, welche Branchen sich ausbreiteten. Und mit ihrem Lebensstil definierten sie mit, was in der Gesellschaft als normal gelte.

Verursacher "stärker in die Pflicht nehmen"

Die Forschenden sprechen sich dafür aus, die Umwelt durch Regulierungen stärker zu schützen und die Verursacher der Schäden stärker in die Pflicht zu nehmen - eine Möglichkeit wären etwa eine Umweltsteuer oder eine Art Wohlstandsteuer.

"Würde der Verursacher zahlen und dieses Geld in Lösungen fließen, könnte das einen enormen Unterschied machen", erläutert Schrijver. "Gleichzeitig geht es um mehr als Geld: In erster Linie müssen Schäden verhindert werden. Deshalb sind neben finanziellen Maßnahmen auch strengere Regeln und Vorschriften entscheidend."

wa/AR (dpa, nature.com)

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