Rebellenführer Riek Machar zurück im Südsudan | Aktuell Afrika | DW | 31.10.2018
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Friedensabkommen

Rebellenführer Riek Machar zurück im Südsudan

Zehntausende Tote hat der Bürgerkrieg im Südsudan gefordert, vier Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Auch Ex-Vizepräsident Riek Machar verließ das Land, nun ist er zurück - zur Feier des Friedensabkommens.

Riek Machar (Artikelbild, rechts) landete auf dem Flughafen der Hauptstadt Juba und wurde dort von Präsident Salva Kiir begrüßt. Gemeinsam wollen beide an den Feierlichkeiten zu dem im September geschlossenen Friedensabkommen teilnehmen. Zu diesen werden zahlreiche afrikanische Staatschefs erwartet, darunter auch die Präsidenten des Sudan und Äthiopiens. Beide waren maßgeblich an der Aushandlung des Abkommens zwischen Maachar und Kiir beteiligt.

Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass Machar, einst Kiirs Stellvertreter, erneut Vizepräsident wird. Ob das Abkommen hält, muss sich noch zeigen. Seit seiner Unterzeichnung vor rund sechs Wochen kam es immer wieder zu Verzögerungen bei der Umsetzung, Termine wurden nicht eingehalten und der Waffenstillstand wiederholt gebrochen.

Dritter Versuch zwischen Kiir und Machar

Unklar ist, ob Machar über die Feierlichkeiten hinaus in Juba bleiben wird. Der Rebellenführer soll sich in der Hauptstadt nicht sicher fühlen. Dagegen wertete Armee-Sprecher John Garang Mausoleum in einem lokalen Sender Machars Ankunft als deutliches Zeichen, dass die Umsetzung des Friedensabkommens begonnen habe.

Es ist bereits das dritte Mal, das Machar und Kiir versuchen, zusammenzuarbeiten. Der letzte Versuch scheiterte im Juli 2016, damals brachen Kämpfe in der Hauptstadt aus und Machar floh ins Exil. Auch der Ausgangspunkt des Bürgerkriegs 2013 war ein Machtkampf zwischen Kiir und Machar, er damals als Vizepräsident entlassen wurde. Der Auseinandersetzung liegt ein ethnischer Konflikt zugrunde: Präsident Kiir ist Dinka, Machar gehört zur Ethnie der Nuer.

Südsudan - ölreich, aber arm

Der ölreiche Südsudan erlangte 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan. Obwohl das Land reich an Erdölvorkommen ist, gehört es weiter zu den ärmsten der Welt. Etwa 2,5 Millionen der rund zwölf Millionen Südsudanesen flohen vor der Gewalt ins Ausland, etwa zwei Millionen sind innerhalb der Landesgrenzen auf der Flucht. Mindestens die Hälfte der Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen.

ww/stu (afp, dpa, rtr, epd)

 

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