Rap und Realität für die Kanzlerin | Aktuell Deutschland | DW | 16.07.2018
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Altenpflege

Rap und Realität für die Kanzlerin

Der Altenpfleger Ferdi Cebi hatte die Kanzlerin aufgefordert, sich doch mal selbst ein Bild von seiner schweren Arbeit zu machen. Die Kanzlerin sagte zu und besuchte das Altenheim in Paderborn. Es wurde ein bunter Tag.

Es war ein kämpferischer und engagierter Auftritt des examinierten Altenpflegers Ferdi Cebi im Wahlkampf 2017: Er forderte am Ende seines Plädoyers in einer Fernsehsendung die Kanzlerin auf, seinen Arbeitsplatz zu besuchen. Merkel nahm die Einladung an und besuchte jetzt das Altenheim in Paderborn. Dort hat sich die Bundeskanzlerin für eine umfassende Aufwertung der Pflegeberufe ausgesprochen. Die Ausbildung müsse verbessert und den Pflegekräften eine "vernünftige Vergütung" gezahlt werden, sagte sie. "Der Beruf muss attraktiver werden", fügte die Kanzlerin vor 110 Bewohnern des evangelischen Altenheims St. Johannisstift hinzu.

Merkel verwies in der Senioreneinrichtung auf das Vorhaben der Bundesregierung, in den kommenden zwölf Monaten ein Maßnahmenpaket zur Beseitigung des Pflegenotstands auf den Weg zu bringen. Gesundheitsminister Jens Spahn, Familienministerin Franziska Giffey und Arbeitsminister Hubertus Heil hatten zu diesem Zweck Anfang Juli die "Konzertierte Aktion Pflege" gestartet. Angesichts des Personalmangels soll insbesondere der Beruf des Altenpflegers attraktiver werden.

Altenpfleger Cebi rappt vor der Kanzlerin

"Ich bin gekommen, um Dank zu sagen und zu lernen, was Sie bewegt", sagte die Regierungschefin bei dem Treffen mit Bewohnern und Pflegekräften. Der 36-jährige Cebi absolvierte vor 14 Jahren seine dreijährige Berufsausbildung an der Paderborner Einrichtung. Neben seiner Tätigkeit als Altenpfleger ist er auch als Rapper mit dem Künstlernamen Idref aktiv. Beim Besuch Merkels an seiner Arbeitsstätte gab der dreifache Vater auch eine kurze Rap-Vorstellung.

Deutschland Bundeskanzlerin besucht Altenheim in Paderborn (picture-alliance/CITYPRESS 24/Krick)

Altenpfleger Ferdi Cebi - auch bekannt als Rapper Idref - rappte vor der Kanzlerin

Auch der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) forderte mehr Geld für die Beschäftigten der Pflegebranche. "Wer gute Pflege will, muss diese auch gut bezahlen", sagte GKV-Sprecher Florian Lanz. "Ein flächendeckender Tariflohn für alle Pflegekräfte wäre ein ebenso großer wie wichtiger Schritt nach vorne." Im Rahmen der "Konzertierten Aktion" müsse außerdem die bessere Unterstützung für pflegende Angehörige, beispielsweise bei der Alterssicherung, in den Blick genommen werden.

nob/rb/jj (afp, kna, rtr)

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