Rabenschwarzer Montag an der Wall Street | Wirtschaft | DW | 05.08.2019
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US-Konjunktur

Rabenschwarzer Montag an der Wall Street

Der tobende Handelskrieg zwischen den USA und China wirft dunkle Schatten auf die Wall Street - der US-Aktienmarkt meldete den größten Tagesverlust in diesem Jahr. Jetzt werfen die USA Peking Währungsmanipulation vor.

Der Leitindex Dow Jones Industrial sackte um 2,90 Prozent ab auf 25.717,74 Punkte. Dem S&P 500-Index erging es ähnlich mit minus 2,89 Prozent auf 2844,74 Punkte. Beide Indizes hatten zwischenzeitlich mehr als dreieinhalb Prozent verloren.

Noch schlimmer erwischte es den von Technologiewerten geprägten Nasdaq 100, der zeitweise um mehr als vier Prozent nach unten rasselte und mit minus 3,60 Prozent auf 7415,69 Punkten den Tag beendete. Zyklische Technologie-Aktien reagieren in Phasen einer drohenden Konjunkturabkühlung für gewöhnlich besonders sensibel. Nachdem alle drei Indizes erst Mitte beziehungsweise Ende Juli Kurs-Bestmarken erreicht hatten, sieht es nach drei Handelstagen im August für die New Yorker Börsen nun rabenschwarz aus.

"China ist ein Währungsmanipulator"

Die Abschläge vom Montag waren für den Dow, den S&P und den Nasdaq 100 jeweils die bislang größten Tagesverluste im Jahr 2019. "Das, was wir heute in den USA gesehen haben, ist schon mehr als eine normale Verkaufswelle. Die Anleger sind noch nicht im Panik-Modus, aber eine gehörige Portion Unsicherheit ist dabei", sagte Thomas Altmann, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Wenn Indizes wie der Nasdaq 100 an einem Tag zwischenzeitlich mit mehr als vier Prozent im Minus liegen, darf das durchaus als Mini-Crash bezeichnet werden."

Wall Street Dow Jones überspringt erstmals die Marke von 20 000 Punkten (picture alliance/A. Gombert/EPA/dpa)

Die Wall Street meldete große Verluste nach Börsenschluss

Der Handelskrieg mit China erreichte eine weitere Eskalationsstufe: Peking kündigte Gegenmaßnahmen gegen angekündigte US-Zollerhöhungen an und vergrößerte damit die Sorgen der Anleger vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung. So konterte das Reich der Mitte mit einer Abwertung seiner Währung, obwohl die Notenbank versicherte, die heimische Währung nicht als Mittel im Handelskonflikt einzusetzen. Daraufhin haben die USA China formell der Währungsmanipulation bezichtigt. Finanzminister Steven Mnuchin erklärte nach Börsenschluss, China sei ein "Währungsmanipulator". US-Präsident Donald Trump wirft China immer wieder vor, seine Währung künstlich abzuwerten, um die Wirtschaft zu stärken. Die US-Regierung hatte Peking aber bislang nicht formell der Währungsmanipulation beschuldigt. 

Apple-Aktien verlieren 5,31 Prozent

Die Berichtssaison, die ihren Zenit in den USA überschritten hat, sorgt nur noch reduziert für Schlagzeilen. Zahlen eines Dow-Konzerns werden erst am Dienstag wieder nachbörslich mit Walt Disney erwartet. Am Montag verloren die Papiere des Entertainment-Riesen 2,41 Prozent, nachdem sie Ende Juli noch ein Rekordhoch markiert hatten. Im Dow war keiner der 30 Werte im Plus. Zyklische Techwerte gingen in dem eingetrübten Konjunkturumfeld auf Tauchstation: Apple verloren 5,31 Prozent und war damit gleichzeitig auch der schwächste Wert im Leitindex Dow. 

nob/gri (dpa, rtr)

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China reagiert auf US-Zolldrohung (05.08.2019)

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