R. Kelly singt gegen Sex-″Verschwörung″ an | Aktuell Amerika | DW | 24.07.2018
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Missbrauch

R. Kelly singt gegen Sex-"Verschwörung" an

Von einem "Sex-Kult" war die Rede und von minderjährigen Frauen, mit denen der US-Sänger R. Kelly Beziehungen führe. Lange hüllte er sich in Schweigen, nun geht er überraschend direkt auf die Vorwürfe ein - musikalisch.

Sein umstrittenes musikalisches Plädoyer läuft ganze 19 Minuten: Der wegen Missbrauchsvorwürfen unter Druck geratene Sänger R. Kelly hat sich in einem neuen Song direkt zu den Anschuldigungen geäußert. Im Track "I Admit" (etwa: Ich gebe zu) spricht der 51-Jährige von einer "verdammt großen Verschwörung" und bezeichnet seine Fans als "Segen".

Auch den Vorwurf mehrerer Frauen, er habe sie sexuell genötigt oder emotional missbraucht und betreibe einen "Sex-Kult", spricht der Sänger an:

Ich gebe zu, ich bin nicht perfekt / Ich habe nie gesagt, dass ich perfekt bin / Zu sagen, ich missbrauche diese Frauen / Verdammt, das ist absurder Scheiß, singt R. Kelly. Und weiter: Sie einer Gehirnwäsche unterzogen, wirklich? / Sie gekidnappt, wirklich? / Sie können nicht essen, wirklich? / Ehrlich gesagt, das klingt lächerlich.

Aufgekommen waren die Vorwürfe im Sommer 2017 durch einen Bericht der Website "Buzzfeed". Darin hieß es, der Musiker schreibe mehreren Frauen vor, wie sie sich anziehen, wann sie sich waschen, wann sie schlafen und wann sie mit ihm sexuelle Handlungen vornehmen müssten, die er dann aufzeichne.

"Verrückt"

Den Vorwurf angeblicher Beziehungen mit Minderjährigen thematisiert R. Kelly so:

Zugestanden, ich mache mit allen Ladies rum / Sowohl ältere und jüngere Ladies / Aber es deshalb pädophil zu nennen / Das ist verrückt, heißt es in "I Admit". Der Sänger fragt in dem Song auch, ob er wegen solcher Ansichten "ins Gefängnis gehen oder seine Karriere verlieren" solle.

Der dreifache Grammy-Gewinner hat weltweit mehr als 40 Millionen Alben verkauft. Zu seinen bekanntesten Titeln zählen "I Believe I Can Fly", "Bump N' Grind" und "Trapped In The Closet". Im Zuge der jüngsten Vorwürfe hatte der Internet-Streamingdienst Spotify sämtliche Musik Kellys aus seinen Playlisten gelöscht.

Auch darauf nimmt er Bezug und singt: "Ich bin nicht verurteilt, nicht verhaftet, aber mein Name wurde durch den Schmutz gezogen."

"Grauenhaft"

Diverse Musiker reagierten teils mit Verachtung auf den neuen Titel. "Ich will meine 19 Minuten zurück", schrieb etwa der Schlagzeuger und Produzent Questlove bei Twitter.

Rapper Talib Kweli bezeichnete Kellys fragwürdige Selbstwahrnehmung als "grauenhaft". Der Song selbst sei zudem "schrecklich geschrieben" und der Text "beschissen".

wa/ust (dpa, ap)