Putins Stolz - Kosaken, Kampf und Kirche | DokFilm | DW | 26.03.2020
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Putins Stolz - Kosaken, Kampf und Kirche

Russland - eine Weltmacht, selbstbewusst und stark. Dieses Bild vermittelt Präsident Putin weltweit. Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion setzt Putin auf russische Traditionen und Werte aus der Zarenzeit und hat sein Land im Patriotismus vereint.

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In den Augen vieler Bürger hat Präsident Wladimir Putin den Russen wieder Nationalstolz, Ruhm und Ehre zurückgegeben. Eine wichtige Stütze für Putins Macherhaltung sind die Kosaken, ultrakonservative Verbände, die als Hüter russischer Werte verehrt werden und für Putin paramilitärische Aufgaben übernehmen. Für den Kreml sind die Kosaken - rund fünf Millionen Menschen und ihre Familien sollen es in Russland sein - wichtige Helfer zur Unterstützung seiner Macht. Einst Reiterverbände, die sich im 15. Jahrhundert in der Steppe bildeten, waren sie im Laufe der Geschichte vielen Herren zu Diensten, darunter den Zaren, später in Teilen auch der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Zu Sowjetzeiten wurden sie unterdrückt, jetzt aber werden sie von Präsident Putin wieder gefördert. Russische Traditionen sind ihm wichtig, denn die stützen den Patriotismus - und der eint das Land. Dutzende Kosaken bewachen mit Polizisten wichtige Punkte in der Stadt und schlagen bei Demonstrationen auf Oppositionelle ein. Eine weitere wichtige Säule der Macht für Putin ist die Russisch-Orthodoxe Kirche. Sie ist unter dem Präsidenten zu früherer Größe aufgestiegen und hat großen Einfluss auf die Politik: eine Allianz, die beiden Seiten nützt und von der beide Seiten profitieren. Dabei sieht Artikel 14 Paragraf 2 der russischen Verfassung die Trennung von Staat und Kirche vor. Doch die Kirche sieht sich als Bollwerk gegen die Einflussnahme von außen und stützt den Kreml, etwa wenn sie die Annexion der Krim gutheißt. Außerdem versteht sich die Kirche als Bewahrer der russischen Werte. Homosexualität etwa gilt als Zeichen des nahenden Weltuntergangs. Inzwischen hat die Russisch-Orthodoxe Kirche ihren Einfluss in der Gesellschaft massiv ausgebaut. Die Dokumentation zeigt, wie die Rückbesinnung auf alte Zeiten und Werte aus der Zarenzeit das "glorreiche Russentum" wieder aufleben lässt.