Putin und Kim sprechen in Wladiwostok über Atomstreit | Aktuell Asien | DW | 23.04.2019
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Russland und Nordkorea

Putin und Kim sprechen in Wladiwostok über Atomstreit

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un schon mehrmals eingeladen. Diesmal leistet Kim der Einladung Folge. Die beiden kommen am Donnerstag im Osten Russlands zusammen.

Nordkorea Sonderzug von Kim Yong-Un (picture-alliance/Yonhapnews)

Mit diesem Sonderzug reist Machthaber Kim, hier im Gespräch mit chinesischen Gästen

Das Gespräch der beiden Staatsmänner werde in der Stadt Wladiwostok im Osten Russlands stattfinden, teilte der Kreml mit. Im Mittelpunkt der Unterredung werde "eine politische und diplomatische Lösung für das Atomproblem auf der koreanischen Halbinsel" stehen. Russland wolle helfen, "positive Trends in jeder Hinsicht" zu verstärken, sagte Kreml-Berater Juri Uschakow. "In den vergangenen Monaten hat sich die Situation rund um die Halbinsel etwas stabilisiert". Dies sei größtenteils Nordkorea zu verdanken, weil es keine weiteren Atomtests vorgenommen habe. Vor diesem Hintergrund hätten sich auch die Beziehung zu Südkorea und den USA zu normalisieren begonnen. Auch die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, beide Politiker würden sich in Kürze begegnen.

Für die Begegnung mit Putin wird Kim bereits am Mittwoch anreisen. Der nordkoreanische Machthaber soll in einem gepanzerten Zug fahren. Der Kreml machte dazu aus Sicherheitsbedenken keine Angaben. Die russische Nachrichtenagentur Interfax schrieb unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, dass Kim gegen 10 Uhr Ortszeit (2 Uhr MESZ) an einer russischen Grenzstation erwartet werde.

Es ist das erste Gipfeltreffen der beiden Machthaber. Putin hatte Kim wiederholt eingeladen, nachdem dieser zu Treffen unter anderem mit Chinas Staatschef Xi Jinping, Südkoreas Präsident Moon Jae In und US-Präsident Donald Trump gereist war. Russland ist einer der wenigen Verbündeten Nordkoreas. Das letzte Treffen dieser Art fand im Jahr 2011 statt. Damals reiste Kims Vater Kim Jong Il zu Gesprächen mit dem damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew nach Sibirien.

Video ansehen 42:35

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Attacke auf Pompeo

Die Ankündigung des Treffens erfolgt vor dem Hintergrund von Spannungen zwischen Nordkorea und den USA. Das nordkoreanische Außenministerium hatte den Ausschluss von US-Außenminister Mike Pompeo von möglichen Atomgesprächen zwischen beiden Staaten gefordert. Zur Begründung hieß es, Pompeo sei "unbesonnen" und unreif und stehe damit einer Wiederaufnahme der Gespräche im Weg. Pompeo wies diese Forderung zurück. Die außergewöhnliche Verbalattacke Pjöngjangs auf Pompeo erfolgte nur Stunden nach einem mutmaßlichen neuen Waffentest des abgeschotteten Landes. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete, wurde eine neue "taktische Lenkwaffe" getestet.

Kim hatte sich bei einem Gipfeltreffen mit Trump im vergangenen Jahr in Singapur grundsätzlich auf eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel verständigt. Konkrete Schritte wurden allerdings nicht vereinbart. Bei ihrem zweiten Gipfel Ende Februar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi erreichten Kim und Trump keine Einigung über Schritte zur atomaren Abrüstung. Seither gab es mehrfach Berichte über neue Aktivitäten auf nordkoreanischen Testanlagen.

kle/pg (afp, dpa, rtr)

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