Punta del Este - das Monaco Südamerikas | DW Reise | DW | 06.03.2018
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Reise

Punta del Este - das Monaco Südamerikas

Schöne Strände, schicke Hotels und viele Prominente - die Halbinsel in Uruguay ist eines der populärsten Seebäder des Kontinents. Hier fühlen sich die Reichen und Schönen sicher.

Was haben Filmstar Bruce Willis, Modeschöpfer Ralph Lauren, Fußballlegende Diego Maradona und Facebook-Milliardär Mark Zuckerberg gemeinsam? Sie alle haben hier schon Urlaub gemacht: in und um Punta del Este - "the place to be" im südamerikanischen Sommer. Die Reichen und Schönen der Welt sonnen sich hier im Luxus. Deswegen wird die Kleinstadt, die im Winter nur knapp 15.000 Einwohner zählt, gern als "Monaco Südamerikas“ bezeichnet. Fürst Albert, Oberhaupt des Stadtstaats am Mittelmeer, gab sich hier übrigens auch schon die Ehre.

3b Strandtotale „Playa Mansa (DW/B. Kopsch)

An der Westküste liegt die sanft geschwungene Playa Mansa

Mittlerweile bringen Kreuzfahrtschiffe betuchtes Publikum in großem Stil. Die High Society aus den Nachbarländern Argentinien und Brasilien reist bevorzugt in ihren eigenen Yachten an. "Wir segeln jeden Sommer aus Buenos Aires hierher", verrät eine Dame mit elegantem Sonnenhut, die gerade an Bord einer Nobelyacht ihren Espresso trinkt. "Hier herrscht ganz besonderes Flair: Es ist ein Seebad mit Etikette, alles trifft sich hier - und trotzdem hat man seine Ruhe."

3b Strandtotale Playa Brava (DW/B. Kopsch)

Die Playa Brava an der Ostküste ist das Revier der Surfer

Sicherheit als wahrer Luxus

Uruguay gilt als die "Schweiz Südamerikas" inklusive intaktem Sozialsystem und strengem Bankgeheimnis. Mit lediglich rund dreieinhalb Millionen Einwohnern gehört es zu den kleinsten und ungefährlichsten Ländern des Kontinents. Hier kann jeder seinen Reichtum entspannt zur Schau stellen. Der internationale Jetset weiß das zu schätzen. "Punta del Este ist der einzige Platz auf der Welt, wo ich ohne Bodyguard auf die Straße gehen kann", soll die Onassis-Erbin Athina einmal gesagt haben, während sie mit ihrer Yacht hier im Hafen vor Anker lag.

2b Yachthafen; 4.1.18 Punta del Este, Uruguay (DW/B. Kopsch)

In der Hochsaison sind Ankerplätze im Yachthafen rar

Und das, obwohl in der Hochsaison zwischen Dezember und Februar mehr als eine halbe Million Menschen die Halbinsel besuchen, angetan von der einzigartigen Lage: umspült vom Atlantik im Osten und im Westen gesäumt von weitläufigen Stränden. Auf der einen Seite La Mansa, der sanfte Strand, mit ruhigem Wasser, ideal zum Baden. Auf der anderen Seite La Brava, der raue Strand, mit Wind und Wellen, optimal zum Surfen. Und es ist natürlich der Glamour, der seine Anziehungskraft entfaltet. Im Februar, während des alljährlichen Filmfestivals, ist die Promidichte am höchsten. Da mischt sich so manche Hollywoodgröße unter die südamerikanische Oberschicht.

4a Hotel Conrad Uruguay (DW)

Hotel Conrad in Punta del Este, Uruguay

Shopping und Show

Die Stadt besitzt eine explizite "Fashionroad": die Calle 20. Auf dieser Shoppingmeile reiht sich ein internationales Modelabel an das nächste. Und auch die Spielbanken der Stadt locken finanzkräftiges Publikum an. Vor allem das Casino im Hotel Conrad ist eine Attraktion: Mit 75 Spieltischen und 550 Automaten zählt es zu den größten in ganz Südamerika. "Es hat sich ein eigener Casino-Tourismus entwickelt, unabhängig von der Sommersaison", erklärt Paola Fernández, eine Sprecherin des Hotels, in dem auch internationale Pokerturniere ausgetragen werden. Das Conrad gehört zu den Renommieradressen der Stadt. Nicht nur in Sachen Unterkunft und Casino. "Irgendwann kommt hier jeder Tourist mal vorbei“, meint Architektin Gabriela Carrión. In den Restaurants, Bars, Clubs und Veranstaltungssälen sei immer etwas los: von exklusiven Modenschauen über die Versteigerung edler Araberhengste bis hin zu mondänen Promipartys und Shows internationaler Künstler.

3c Skulptur „Los Dedos“ (DW/B. Kopsch)

Skulptur "Los Dedos" (Die Finger) ragen aus dem Sand am Playa Brava

Fischerdorf als Treffpunkt für Gourmets

Die Architektin aus Montevideo verbringt seit Jahren ihre Wochenenden und Ferien in Punta del Este. Regelmäßig macht sie einen kulinarischen Abstecher ins Umland: Vorbei an den Villen der Prominenten und den Nobel-Estancias, Landsitzen im Rustikal-Schick, die exklusive Unterkünfte bieten oder Verkostungen von Olivenöl und Wein aus eigener Herstellung, bis in das pittoreske Fischerdorf José Ignacio, das sich zum Hotspot der Haute Cuisine entwickelt hat. Zahlreiche Edellokale haben sich hier in den letzten Jahren angesiedelt. Das preisgekrönte La Huella wird sogar als bestes Restaurant des Landes gehandelt. Nicht nur mit seinen gegrillten Meeresfrüchten hat es sich einen Namen gemacht, sondern auch mit dem lässigen Ambiente direkt am Strand.

Das abgeschiedene José Ignacio ist mittlerweile zu einer erlesenen Außenstelle von Punta del Este geworden. Alles, was Rang und Namen hat, pilgert hierher. Immer mehr Gäste mieten sich auch direkt in einer der stilvollen Unterkünfte vor Ort ein oder kaufen in der Umgebung gleich ein ganzes Anwesen - wie Latino-Pop-Queen Shakira.

6a Leute feiern im Beachclub „Ovo Beach (DW/B. Kopsch)

Edel-Beachclub am Renommierstrand Playa Mansa

Von Party zu Party

Will man nachts etwas erleben, muss man allerdings zurück nach Punta, wie die Insider lässig sagen. Denn hier pulsiert im Sommer das Nachtleben wie nirgendwo sonst im Land: Chill-out-sessions zum Sonnenuntergang an angesagten Strandbars, Livekonzerte auf Panoramaterrassen, Raves internationaler DJ-Ikonen in den Clubs. "Wer es auf die exklusiven Gästelisten schafft oder über das nötige Budget verfügt, kann den ganzen Sommer durchfeiern", sagt Gabriela Carrión gähnend. Die vergangene Nacht hat sie zu den Beats des Frankfurter Elektro-Gurus Sven Väth auf dem Dancefloor zum Tage gemacht. "Auf jeden Fall", so ihr müdes aber glückliches Resümee, "sollte man sich eine Nacht in Punta nicht entgehen lassen!"

1c Ovo Beach (DW/B. Kopsch)

Nach dem Sonnenuntergang, locken die Strandbars zum Cocktail

Trotz allen Trubels ist es in Punta del Este beschaulich. Man hat seine Ruhe, wenn man will. Wie sollte es auch anders sein. Man weiß sich ja in bester Gesellschaft.