Prozess gegen rechte Terrorgruppe ″Oldschool Society″ | Aktuell Deutschland | DW | 27.04.2016
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Aktuell Deutschland

Prozess gegen rechte Terrorgruppe "Oldschool Society"

Über das Internet lernten sich die vier angeklagten mutmaßlichen Neonazis kennen. Sie bildeten eine Facebook-Gruppe. Laut Bundesanwaltschaft standen sie kurz vor einem Anschlag auf ein Flüchtlingsheim in Sachsen.

Oldschool Society-Logo (Foto: AP)

Logo der Neonazi-Gruppe

Von diesem Mittwoch an müssen sich die drei Männer und eine Frau in München vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen die Bildung einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags vor.

2014 hatten sich die mutmaßlichen Rechts-Terroristen über Internet-Dienste wie Whatsapp und Telegram sowie Facebook kennengelernt und zur "Oldschool Society" zusammengeschlossen. Im Mai 2015 wollten sie laut Anklage im sächsischen Borna einen Anschlag auf die dortige Flüchtlingsunterkunft begehen. Dafür hätten sie Feuerwerkskörper in Tschechien besorgt, deren Gefährlichkeit sie mit Nägeln oder mit Brennstoff erhöhen wollten. Ausführen konnten sie ihren Plan nicht, kurz zuvor wurde das Quartett bei einer bundesweiten Razzia festgenommen.

Ein Angeklagter beim Prozessauftakt in München (Foto: dpa)

Der Angeklagte Andreas H. beim Prozessauftakt in München

Hierarchie wie in der Rockerszene

Nach Erkenntnissen des bayerischen Verfassungsschutzes hatte die rechtsextreme Gruppe eine der Rockerszene vergleichbare Führungsebene - mit dem selbst ernannten "Präsidenten" Andreas H.. Der 57-Jährige stammt aus Augsburg und betrieb dort bis zu seiner Festnahme ein Malergeschäft. Laut Verfassungsschutz hatte er Verbindungen zum NPD-Kreisverband der Stadt. Er gilt als Waffennarr. Sein Anwalt erklärte, sein Mandant habe einen Waffenschein. Es gebe allerdings keinen Zweifel an der "nationalkonservativen" Gesinnung seines Mandanten.

Der 40-jährige Markus W. war der sogenannte Vize-Präsident der "Oldschool Society" und wohnte in Borna. Er soll früher mit einer später verbotenen Neonaziorganisation sympathisiert haben. Der dritte im Bunde ist Olaf O. (48). Er fungierte als "Pressesprecher" und war für die Veröffentlichung einschlägiger Beiträge in sozialen Netzwerken zuständig. Er wurde in Bochum festgenommen, in einer "zugemüllten Wohnung", wie es hieß. Die 23-jährige Denise Vanessa G. stammt aus dem sächsischen Freital und wurde auch in der Region gefasst. Sie fungierte als "Schriftführerin".

se/djo (dpa, ard, afp)

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