Prozess gegen Muslimbrüder in Kairo vertagt | Aktuell Nahost | DW | 09.12.2013
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Aktuell Nahost

Prozess gegen Muslimbrüder in Kairo vertagt

Mohammed Badie und weiteren Anführern der islamistischen Organisation wird "Anstachelung zum Mord" vorgeworfen. Nach Tumulten vertagte sich das Gericht auf Februar.

Fünf Monate nach der Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi hat in Ägypten der Prozess gegen die Führung der Muslimbruderschaft begonnen. Begleitet von strengen Sicherheitsmaßnahmen und lauten Protestrufen musste sich das Oberhaupt Mohammed Badie (Artikelbild) erstmals vor Gericht verantworten. Ihm wird der Aufruf zur Tötung von politischen Gegnern vorgeworfen.

Nach dem Sturz Mursis und der Machtübernahme durch das Militär war es in Ägypten zu gewalttätigen Unruhen gekommen..

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Ägypten, das Militär und die Rolle der Justiz (19.09.2013)

Wie die Kairoer Tageszeitung "Al-Watan" auf ihrer Website meldete, schrien die Angeklagten zum Auftakt im Gerichtssaal so laut, dass der Staatsanwalt seine Ausführungen habe unterbrechen müssen. Die Angeklagten zogen mit ihren Zwischenrufen die Legitimität des Gerichts in Zweifel. Die Muslimbrüder betrachten die Entmachtung des aus ihren Reihen stammenden Präsidenten Mursi durch das Militär im Juli als "Putsch". "Dieses Regime hat Tausende getötet und wird sich vor Gott verantworten müssen", erklärte Badie nach Angaben der Webseite "onaeg.com". Der Politiker spielte auf die blutige Unterdrückung der Proteste gegen den Sturz Mursis an. Das Gericht vertagte den Prozess auf den 16. Februar kommenden Jahres.

Bereits Ende Oktober hätte ein Prozess gegen Badie wegen der Tötung von Demonstranten beginnen sollen. Die Richter hatten sich damals jedoch für befangen erklärt. Anfang November begann in Kairo ein Prozess gegen Mursi. Auch ihm wird die Anstiftung zum Mord an Demonstranten vorgeworfen.

wl/uh/sti (dpa,afp)

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