Proteste gegen Familienpolitik in Frankreich | Aktuell Europa | DW | 02.02.2014
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Aktuell Europa

Proteste gegen Familienpolitik in Frankreich

In Frankreich sind Zehntausende gegen die Familienpolitik der sozialistischen Regierung auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und ein Adoptionsrecht für Homosexuelle.

An der Demonstration in der französischen Haupstadt nahmen nach Angaben der Polizei 80.000 Menschen teil, die Organisatoren vom Bündnis "Demo für alle" sprachen sogar von einer halben Million. Zu der Kundgebung kamen viele Familien mit kleinen Kindern, viele Demonstranten schwenkten französische Flaggen.

Eine weitere Großkundgebung gab es in Lyon im Südosten Frankreichs. Dort beteiligten sich nach Angaben der Polizei 20.000 Demonstranten. Sie warfen der Regierung eine "Familien-Phobie" vor. Sie kritisierten, mit einer Aufweichung der Geschlechterrollen werde der gesellschaftliche Zusammenhalt gefährdet.

Außerdem protestierten die Anhänger der konservativen Vereinigung "Demo für alle" gegen den Plan, die Leihmutterschaft und die künstliche Befruchtung für Lesben zu legalisieren. Sozialistische Abgeordnete hatten dies in der Vergangenheit gefordert. Ein geplantes Familiengesetz, das im April das Kabinett passieren soll, sieht die beiden Punkte allerdings nicht vor.

Das traditionelle Familienmodell im Auge

Das Bündnis "Demo für alle" steht an der Spitze einer Protestbewegung, die sich gegen die Einführung der Homo-Ehe, der "Ehe für Alle" in Frankreich wendet. "Hollande, wir wollen dein Gesetz nicht", riefen die Demonstranten, die nach eigenen Angaben das traditionelle Familienbild verteidigen wollen.

In Paris waren 2000 bis 3000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um einen friedlichen Verlauf der Demonstration zu gewährleisten. Die Organisatoren kündigten an, ihre Positionen "friedlich und bestimmt" zu vertreten. Die Veranstalter engagierten hunderte Ordner.

Bemühen um Abgrenzung von anderen Gruppierungen

Die Präsidentin von "Demo für alle", Ludovine de la Rochère, sagte, Banner und Plakate mit der Aufschrift "Zornige Familien" seien aus dem Verkehr gezogen worden. Damit solle verhindert werden, dass die Kundgebung in die Nähe der Initiative "Tag des Zorns" gerückt werde.

Unter diesem Motto hatten sich am vergangenen Sonntag rechte und rechtsextreme Gruppen an einem Protestmarsch beteiligt, unter ihnen auch katholische Gegner der Homo-Ehe, Anhänger des umstrittenen Komikers Dieudonné, Nationalisten und EU-Gegner. Am Rande der Demonstration kam es zu Ausschreitungen. 19 Polizisten wurden dabei verletzt. Mehr als 200 Teilnehmer wurden festgenommen.

haz/pg (afp, rtr, kna)

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