Protestbrief: Hunderte Autoren gegen Amazon | Aktuell Wirtschaft | DW | 10.08.2014
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Aktuell Wirtschaft

Protestbrief: Hunderte Autoren gegen Amazon

Mehr als 900 US-Autoren haben sich gegen den Online-Händler Amazon zusammengeschlossen. Sie sehen sich als Geisel im Konflikt um niedrige Preise für E-Books.

Die 909 Schriftsteller, darunter berühmte Autoren wie Stephen King oder John Grisham, wenden sich gegen die aggressive Preispolitik des weltgrößten Online-Händlers. "Weder Leser noch Autoren profitieren davon, dass Bücher als Geiseln genommen werden", schreiben sie in einem offenen Brief. Darin kritisierten sie, dass Amazon in der Auseinandersetzung mit dem Verlag Hachette die Auslieferung gedruckter Bücher verlangsamt sowie keine Vorbestellungen angenommen habe.

Rabiate Mittel

Mit umstrittenen Methoden versucht das US-Versandportal die Preise für digitale Bücher zu drücken, um als etablierter Branchenführer Konkurrenten das Wasser abzugraben. Bei Verhandlungen mit dem Verlagshaus Hachette waren Titel des Verlags zeitweise nur mit langen Lieferzeiten zu ordern oder gar nicht mehr verfügbar. Der Button für Vorbestellungen wurde sogar kurzerhand deaktiviert.

Stephen King (Foto: getty)

Stephen King gehört mit zu den Unterzeichnern des Protestbriefs

Unter den Unterzeichnern des von Bestseller-Autor Douglas Preston verfassten Protestbriefs finden sich auch Namen weiterer bekannter Literaten wie David Baldacci, Lincoln Child oder Suzanne Collins. Sie riefen die Leser auf, Amazon-Chef Jeff Bezos (Artikelbild) per E-Mail die Meinung zu sagen.

Amazon kontert

Der Versandriese konterte mit einem eigenen Offenen Brief. Darin heißt es, Literatur müsse günstiger werden, da sie mit vielen anderen Medien im Wettbewerb stehe wie mobilen Spielen, Fernsehen, Filmen, Facebook, Blogs und kostenlosen Nachrichten-Websites. Außerdem wies das Unternehmen abermals auf Berechnungen, wonach mit niedrigeren E-Book-Preisen wie 9,99 Dollar viel mehr Bücher verkauft würden als etwa bei 14,99 Dollar, so dass Schriftsteller und Verlage am Ende sogar mehr verdienen würden.

Beschwerde beim Bundeskartellamt

Einen ähnlichen Streit um die Preise für E-Books gibt es auch in Deutschland. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels beschwerte sich deshalb kürzlich beim Bundeskartellamt über den Online-Händler. Amazon wies den Vorwurf zurück, im Zuge von Verhandlungen die Auslieferung gedruckter Bücher aus der Verlagsgruppe Bonnier (Ullstein, Piper, Carlsen) zu verzögern.

uh/wl (dpa)