Präsident von Suriname verurteilt | Aktuell Amerika | DW | 30.11.2019
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Südamerika

Präsident von Suriname verurteilt

Desi Bouterse, Präsident des kleinen Suriname, ist in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter sehen seine Beteiligung an der Tötung politischer Widersacher in den 1980er Jahren als erwiesen an.

Desi Bouterse Präsident von Suriname (Reuters/F. Lo)

Desi Bouterse auf Staatsbesuch in China

Das Gericht in der Hauptstadt Paramaribo verurteilte Staatschef Desi Bouterse wegen der Tötung von 15 Oppositionellen im Jahr 1982. Unter den Opfern waren einige der bekanntesten Bürger des Landes, darunter Anwälte, Journalisten und Professoren. Die Taten soll er zusammen mit 25 Mitangeklagten in seiner Zeit als Militärmachthaber begangen haben.

Das Urteil in dem mehrjährigen Prozess wurde in Abwesenheit der Präsidenten gefällt, der sich derzeit auf Staatsbesuch in China befindet. Bouterse hatte zuvor die politische Verantwortung für die Tötungen übernommen, aber beteuert, bei diesen nicht anwesend gewesen zu sein. Die getöteten Personen seien wegen der Planung eines Putsches mit Hilfe des US-Geheimdienstes CIA verhaftet worden und später bei Fluchtversuchen erschossen worden.

Bouterses Anwalt Irvin Kanhai legte umgehend Berufung gegen den Richterspruch ein und sprach von einem "politischen Urteil". Die Oppositionsparteien und ein Anwalt von Hinterbliebenen der Opfer forderten den sofortigen Rücktritt des Präsidenten.

Suriname mit seinen gut 500.000 Einwohnern ist der kleinste Staat Südamerikas. Bis 1975 war das Land niederländische Kolonie. Nach der Unabhängigkeit war der heute 74-jährige Bouterse am Aufbau der Streitkräfte beteiligt. In den 1980er Jahren stand der umstrittene Bouterse, der auch in Drogengeschäfte verwickelt gewesen sein soll, an der Spitze einer Militärregierung. Danach ging er in die Wirtschaft. 2010 wurde Bouterse in einer Parlamentsabstimmung zum Präsidenten gewählt und 2015 wiedergewählt.

qu/nob (rtr, ap, afp)

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