Präsident von Kasachstan kündigt Rücktritt an | Aktuell Asien | DW | 19.03.2019
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Zentralasien

Präsident von Kasachstan kündigt Rücktritt an

Nach Jahrzehnten an der Macht hat der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew überraschend sein Amt niedergelegt. Dennoch wird er auch in Zukunft großen Einfluss auf die Politik der ehemaligen Sowjetrepublik haben.

"Ich habe die Entscheidung getroffen, und es war nicht einfach für mich, mein Mandat als Präsident niederzulegen", sagte Nursultan Nasarbajew in einer landesweiten TV-Ansprache. Der 78-jährige Nasarbajew hatte Kasachstans höchstes Staatsamt seit der Unabhängigkeit der früheren Sowjetrepublik 1991 inne.

Das Präsidentenamt will er nun an den Vorsitzenden des Senats, Jomart Tokajew, abgeben. Tokajew solle das Amt bis zum Ablauf des Mandats im März kommenden Jahres ausführen, sagte Nasarbajew. Der 65-jährige Interimspräsident gilt als loyaler Gefolgsmann von Nasarbajew. Früher war er Kasachstans Ministerpräsident.

"Führer der Nation"

Schon in der Sowjetunion war Nasarbajew ein einflussreicher Politiker. Nach mehreren regionalen Ämtern stieg er 1989 zum Chef der Kommunistischen Partei der damaligen Sowjetrepublik Kasachstan auf. Als Kasachstan 1990 begann, sich von der Zentralregierung in Moskau zu distanzieren, übernahm Nasarbajew das Amt des Präsidenten in dem neu gegründeten Staat Kasachstan.

Auch nach seinem Rücktritt wird Nasarbajew einen Teil seiner bisherigen Machtfülle behalten. Das liegt teilweise an seiner in der Verfassung festgeschriebenen Position als "Führer der Nation". Seit dem vergangenen Jahr ist er außerdem Vorsitzender des staatlichen Sicherheitsrates auf Lebenszeit.

pgr/qu (dpa, afp)

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