Präsident Touadéra: ″Wir brauchen Geld für einen Sondergerichtshof″ | Afrika | DW | 23.11.2017
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Afrika

Präsident Touadéra: "Wir brauchen Geld für einen Sondergerichtshof"

Im Interview mit der DW ruft der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, Faustin-Archange Touadéra, die Europäische Union dazu auf, bei der Finanzierung des geplanten Gerichtshofs für Kriegsverbrechen zu helfen.

DW: Herr Präsident, Sie haben am Mittwoch an der EU-Afrika-Konferenz in Brüssel teilgenommen, zu der das EU-Parlament eingeladen hatte, um seine Partnerschaft mit Afrika neu zu gestalten. Sie haben dies genutzt, um daran zu erinnern, welche Projekte bereits zwischen der EU und Afrika existieren - vor allem zwischen Europa und Ihrem Land, der Zentralafrikanischen Republik.

Faustin Archange Touadéra: Die Europäische Union ist der wichtigste Partner der Zentralafrikanischen Republik. Heutzutage wird diese Partnerschaft gemeinsam mit den Afrikanern entworfen, also mit unserer Vision. Dieser Austausch ist wichtig für uns, um die neuen Optionen, die diese Partnerschaft charakterisieren werden, besser konkretisieren zu können.

Wenn man von Ihrem Land spricht, taucht der Name einer Region immer wieder auf: Bangassou. Das ist eine Region, in der viele Milizen ihr Unwesen treiben. Die Sicherheitslage ist extrem instabil. Was sagen Sie jungen Leuten aus Bangassou, die sich als Flüchtlinge nach Europa aufmachen wollen?

Unser Land hat viele Diamanten- und Goldminen. Diese ziehen Banditen und bewaffnete Gruppen an, die sich bereichern wollen. Wir arbeiten mit den Vereinten Nationen zusammen, um die Bevölkerung zu schützen und gegen dieses Banditentum zu kämpfen. Diese Konflikte sind der Grund dafür, dass die Bevölkerung keine Hoffnung hat. Wenn wir es aber schaffen, sie einzudämmen, Frieden zu finden und nationale Versöhnung zu erreichen, und wenn die Zusammenarbeit mit unseren Partnern erlaubt, den jungen Leuten Visionen, Perspektiven zu verschaffen, dann werden wir dieses Problem in den Griff bekommen.

Es soll für die Zentralafrikanische Republik einen Sondergerichtshof geben, vor dem Verbrechen und Kriegsverbrechen während der Zeit der politischen Instabilität verhandelt werden sollen. Man hört allerdings immer wieder, dass noch die Strukturen und vor allem Geld fehlen, um diesen Sondergerichtshof tatsächlich einrichten zu können.

Der Sondergerichtshof (CPS) ist eine Institution der Republik. Wir bitten daher unsere Partner, uns zu helfen und unsere juristischen Strukturen zu stärken. Vor allem den Sondergerichtshof, für den wir in der Tat Geld brauchen. Dann könnte er schon bald die Arbeit aufnehmen.

Wann genau wird das sein? 

Wir haben gerade alle nötigen Strukturen geschaffen. Jetzt brauchen wir noch ein Gebäude, damit die Richter und Staatsanwälte ihre Arbeit beginnen können.

Faustin Archange Touadéra ist seit 2016 Präsident der Zentralafrikanischen Republik.

Das Interview führte Wendy Bashi.

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