Präsident Nikos Anastasiades gewinnt Stichwahl auf Zypern | Aktuell Europa | DW | 04.02.2018
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Zypern hat gewählt

Präsident Nikos Anastasiades gewinnt Stichwahl auf Zypern

Der Konservative kann auch in den nächsten fünf Jahren als Staatschef auf Zypern regieren. Sein Gegner Stavros Malas räumte seine Niederlage bei der Stichwahl ein.

Aus der Stichwahl für das Präsidentenamt in Zypern ist Amtsinhaber Nikos Anastasiades als Sieger hervorgegangen. Nach Auszählung aller Stimmen entfielen auf den 71-Jährigen 56 Prozent. Malas habe die Niederlage eingestanden und Anastasiades gratuliert, teilte das Büro des Unterlegenen mit. Dem staatlichen Fernsehen zufolge gratulierte ihm sein Herausforderer Stavros Malas zum Wahlsieg. "Der Wille des Volkes wird absolut respektiert. Ich gratuliere Anastasiades und wünsche ihm Erfolg", sagte Malas, der nach Angaben des Innenministeriums auf 44 Prozent der Stimmen kam. "Ich bedanke mich beim zyprischen Volk für sein Vertrauen", sagte Anastasiades nach seinem Wahlsieg. Er versprach, sich weiter für die Überwindung der Teilung der Insel einzusetzen. 

Eine der Hauptaufgaben des neuen, direkt vom Volk gewählten Staatsoberhauptes wird es sein, die Friedensverhandlungen für die seit 1974 geteilte Insel wiederzubeleben. Sie waren im Sommer des vergangenen Jahres trotz Vermittlungsbemühungen der Vereinten Nationen erneut gescheitert. Hintergrund war der Streit über die künftige Rolle der Türkei auf der strategisch wichtigen Insel, die etwa 100 Kilometer vor der syrischen Küste liegt. 

Nicos Anastasiades und Stavros Malas (picture-alliance/AP/P. Karadjias)

Im Gespräch mit dem Konkurrenten freundlich - aber hart in der Sache: Präsident Anastasiades (l.) kann sein Amt behalten

Anastasiades im Vorteil?

Viele Zyprer registrierten offenbar wohlwollend, dass Anastasiades das kleine EU-Land vor dem finanziellen Kollaps und einer schweren Rezession bewahrt hat. Der Präsident war im Februar 2013 gewählt worden - wenige Tage, bevor Zypern mit den Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein milliardenschweres Finanzpaket ausgehandelt hatte, um den Bankrott zu vermeiden. Im Gegenzug wurden in Zypern die Steuern erhöht und die Löhne gekürzt, die Arbeitslosigkeit stieg. Doch die Maßnahmen zeigten Wirkung und im März 2016 konnte Zypern den internationalen Rettungsschirm wieder verlassen.

se/uh/sam (afp, dpa)

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