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PolitikPortugal

Portugal: Erste Runde der Präsidentenwahl mit Überraschung

19. Januar 2026

Der Sozialist António José Seguro hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Portugal gewonnen und tritt in der Stichwahl in drei Wochen gegen den rechtsextremen Kandidaten André Ventura an.

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Bildkombo Antonio José Seguro und André Ventura
Müssen in die Stichwahl: Antonio José Seguro (l.) und André VenturaBild: Rodrigo Antunes/Pedro Nunes/REUTERS

Bei der Präsidentenwahl in Portugal kam Antonio José Seguro von der Sozialistischen Partei (PS) am Sonntag mit gut 31 Prozent auf Platz eins, wie die Wahlbehörde CNE mitteilte. Der Chef der aufstrebenden Rechtspopulisten, André Ventura, der als Favorit in diese Wahlrunde ging, belegte Rang zwei. Demnach kam der 43-Jährige auf 23,5 Prozent der Stimmen. Weil keiner der elf Kandidaten die absolute Mehrheit errang, wird die Stichwahl nötig. 

Rasanter Aufstieg der Rechtspopulisten

Dort werden Ventura allerdings kaum Chancen eingeräumt, Nachfolger des konservativen Amtsinhabers Marcelo Rebelo de Sousa zu werden, der nach zwei je fünfjährigen Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte.

Dennoch untermauert das gute Abschneiden den rasanten Aufstieg der Rechtspopulisten in Portugal. Nur sechs Jahre nach der Gründung war Venturas Partei Chega ("Es reicht") im Mai vorigen Jahres hinter dem konservativen Bündnis von Ministerpräsident Luís Montenegro zur zweitstärksten Kraft im Parlament in Lissabon avanciert.

Marcelo Rebelo de Sousa
Marcelo Rebelo de Sousa durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten (Archivbild 2023)Bild: Frederick Florin/AFP/Getty Images

Erstmals seit 1986 wird bei der Wahl des Staatsoberhauptes in Portugal eine zweite Runde nötig sein. Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben in den Umfragen an, in einer Stichwahl auf keinen Fall für den Rechtspopulisten stimmen zu wollen.

In seiner Siegesrede richtete Seguro einen Appell an "alle Demokraten, alle Progressiven und alle Humanisten". Er forderte sie auf, "sich uns anzuschließen, damit wir gemeinsam den Extremismus und diejenigen besiegen, die Hass und Spaltung unter den Portugiesen säen."

Befugnisse des Präsidenten

Das Staatsoberhaupt hat in dem EU-Land relativ viel Macht. Der Präsident kann sowohl sein Veto gegen Gesetze einlegen als auch das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Letzteres tat der beliebte und volksnahe Rebelo de Sousa in seiner zweiten Amtszeit zweimal, und zwar bei Korruptionsvorwürfen gegen den sozialistischen Ministerpräsidenten António Costa im November 2023 sowie gegen den Konservativen Montenegro im März vorigen Jahres.

fab/pgr (dpa, afp, rtr)