Pompeo: USA wollen keinen Krieg mit dem Iran | Aktuell Welt | DW | 14.05.2019
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Konflikt um Atomabkommen

Pompeo: USA wollen keinen Krieg mit dem Iran

Der US-Außenminister hat in Sotschi mit seinem russischen Kollegen Lawrow über den Konflikt mit der Islamischen Republik gesprochen. Russland kritisiert, dass die USA das Atomabkommen mit Iran aufgekündigt haben.

"Wir wollen, dass sich der Iran wie ein normales Land verhält", sagte US-Außenminister Mike Pompeo bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Sotschi am Schwarzen Meer. Wenn aber amerikanische Interessen angegriffen würden, dann würden sich die USA wehren, fügte er hinzu.

Russland Sotschi | Treffen Mike Pompeo, Außenminister USA & Sergej Lawrow (Getty Images/AFP/P. Golovkin)

Gedankenaustausch am Schwarzen Meer: Mike Pompeo und Sergej Lawrow

Washington will die Regierung in Teheran zu einem politischen Kurswechsel bewegen. Die USA sind deswegen vor einem Jahr einseitig aus dem international ausgehandelten Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Die fünf verbliebenen Vertragspartner Deutschland, Großbritannien, Frankreich, China und Russland wollen das Abkommen aufrechterhalten. Mit ihm soll erreicht werden, dass der Iran sein umstrittenes Programm zum Bau einer Atombombe aufgibt.

Im Gegenzug zu dem Schritt der USA hatte Teheran vergangene Woche angekündigt, bestimmte Auflagen aus der Vereinbarung nicht mehr einzuhalten, und binnen 60 Tagen mit weiteren Schritten gedroht. Washington verschärfte daraufhin seine Sanktionen gegen Teheran und verlegte Kriegsschiffe und Langstreckenbomber in die Region. Ein Schritt der international Sorge auslöste, es könnte ungewollt zu einer militärischen Konfrontation am Golf kommen.

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Angst vor Krieg im Nahen Osten wächst (13.05.2019)

Lawrow bekräftigte nun, dass Russland das Atomabkommen mit Unterstützung der EU und Chinas erhalten wolle. Dabei gehe es auch darum, Sanktionsdruck auf den Iran zu vermeiden. Auch Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Chamenei erklärte, dass sein Land keinen Krieg mit den Vereinigten Staaten anstrebe, obwohl die Spannungen zwischen beiden Ländern über die iranischen Atomwaffen und ihr Raketenprogramm zunähmen. Im staatlichen Fernsehen bekräftigte er zugleich, dass 
es keine Verhandlungen mit den USA über ein Atomabkommen geben werde.

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EU: Abkommen bleibt ein zentraler Pfeiler (13.05.2019)

Nach den Worten Lawrows ist der Kreml zudem offen für ein weiteres Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem US-Kollegen Donald Trump am Rande des G20-Gipfels in Japan. "Wenn so ein Vorschlag offiziell unterbreitet wird, werden wir sicher positiv darauf reagieren", kündigte Lawrow an. Zuvor hatte Trump eine Begegnung mit Putin bei dem Treffen Ende Juni in Aussicht gestellt. Der letzte Gipfel der beiden hatte im Juli 2018 in Helsinki stattgefunden.

uh/sti (dpa, afp, rtr )

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