Pompeo schickt Botschaft nach Afghanistan | Aktuell Welt | DW | 13.05.2020
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Diplomatie

Pompeo schickt Botschaft nach Afghanistan

Zwei brutale Anschläge in Afghanistan haben die USA auf den Plan gerufen. Außenminister Pompeo fordert die Regierung in Kabul und die radikalislamischen Taliban zur Zusammenarbeit auf.

"So lange es keinen deutlichen Rückgang der Gewalt und keine Fortschritte in Richtung einer politischen Lösung gibt, wird Afghanistan anfällig sein für Terrorismus", erklärte Mike Pompeo (Artikelbild) in Washington. Pompeo nannte die jüngsten Anschläge "entsetzlich", die Täter müssten ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.

Babys und Mütter im Visier der Attentäter

Bei einem Anschlag auf eine Entbindungsklinik in der Hauptstadt Kabul kamen am Dienstag mindestens 14 Menschen ums Leben, darunter zwei Babys sowie mehrere Mütter und Krankenschwestern. Bei einer Beerdigung in der östlichen Provinz Nangarhar tötete ein Selbstmordattentäter mindestens 24 Trauergäste und verletzte mehr als 60 weitere Menschen. Zu dem Anschlag in Nangarhar bekannte sich die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS), die mit den Taliban um Einfluss in Afghanistan ringt.

Afghanistan Anschlag auf Krankenhaus in Kabul (Reuters/M. Ismail)

Nach dem Anschlag auf das Kabuler Krankenhaus sichert Militär das Gelände

Direkt nach den beiden Gewalttaten ordnete der afghanische Präsident Aschraf Ghani die Wiederaufnahme der militärischen Offensive gegen aufständische Gruppen wie die Taliban und den IS an. "Ich befehle allen Sicherheitskräften, ihre aktive Verteidigungsposition zu beenden und ihre Operationen gegen den Feind wieder aufzunehmen", sagte Ghani in einer Fernsehansprache.

Ein historisches Abkommen?

Die USA und die Taliban hatten am 29. Februar in Doha ein Abkommen unterzeichnet, das mehrfach als historisch bezeichnet worden war. Es soll den Weg für einen dauerhaften Frieden in Afghanistan ebnen. Allerdings steht seine Zukunft nach den Anschlägen vom Dienstag noch mehr in Frage als das ohnehin schon der Fall war.

Bislang galt, dass das Militär nur defensiv auf alle Angriffe der Taliban reagieren sollte. Im Gegenzug hatten sich die radikalislamischen Kämpfer in dem Abkommen mit den USA verpflichtet, große Städte und internationale Truppen nicht mehr anzugreifen. Das Abkommen war im Beisein von US-Außenminister Pompeo unterzeichnet worden.

haz/fw (afp, rtr, dpa)