Politisches Theater und düstere Klassiker: Milo Rau und Johan Simons beim Berliner Theatertreffen 2017 | Kultur | DW | 07.02.2017
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Kultur

Politisches Theater und düstere Klassiker: Milo Rau und Johan Simons beim Berliner Theatertreffen 2017

Szenetreff und Publikumsfestival: Die Jury des 54. Berliner Theatertreffens hat die zehn bemerkenswertesten deutschsprachigen Inszenierungen gekürt. Im Mai werden sie in Berlin gefeiert.

Storms Schimmelreiter im Hamburger Thalia-Theater (picture alliance/dpa/C.Für)

Theodor Storms "Schimmelreiter" in der Inszenierung von Johan Simons am Thalia Theater Hamburg

Die Einladung zum Berliner Theatertreffen ist eine Auszeichnung: Jedes Jahr wählt eine Jury aus Theaterkritikern zehn deutschsprachige Theaterproduktionen aus, die sie für die bemerkenswertesten Inszenierungen des Jahres hält. Das Berliner Theatertreffen gilt als eine Art Klassentreffen der Szene und das bereits seit über 50 Jahren. 

Leiterin Yvonne Büdenhölzer lobt die ästhetische Vielfalt und Modernität der ausgewählten Inszenierungen: Sechs kommen aus Deutschland, zwei aus der Schweiz und zwei sind internationale Koproduktionen. "Von Roman-Adaptionen bis großen Dramen, originellen Bild-Welten und musikalischen Abenteuern verleibt sich das Theater alles ein, was unsere Gegenwart herausfordert, beschreibt und reflektiert", so Büdenhölzer.

Klassiker und neue Formate 

Vom 5. bis 21. Mai werden die zehn Stücke in Berlin aufgeführt. Darunter auch Klassiker: Johan Simons zeigt seine Interpretation von Theodor Storms "Der Schimmelreiter" (Thalia Theater Hamburg), Regisseur Ulrich Rasche inszeniert Schillers "Die Räuber" (Residenztheater München), Simon Stone präsentiert seine Version von Tschechows Klassiker "Drei Schwestern" (Theater Basel).

Bei den internationalen Koproduktionen ist der Schweizer Regisseur Milo Rau mit "Five Easy Pieces" vertreten, ein Stück über den belgischen Kindermörder Marc Dutroux, mit Schauspielern im Alter von acht bis 13 Jahren. Außerdem kommt die Produktion "Real Magic" von der britischen Künstlergruppe Forced Entertainment um Tim Etchells nach Berlin.

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin - Pfusch (picture alliance/dpa/C. Esch-Kenkel)

"Pfusch" von Herbert Fritsch an der Berliner Volksbühne

Eingeladen sind außerdem: "Pfusch" von Herbert Fritsch (Volksbühne Berlin), "Die Borderline Prozession - Ein Loop um das, was uns trennt" von Kay Voges (Schauspiel Dortmund) sowie Thom Luz mit seinem Stück "Traurige Zauberer" (Staatstheater Mainz) und "89/90" von Claudia Bauer (Schauspiel Leipzig) nach dem Roman von Peter Richter.

Der deutsche Nachwuchsregisseur Ersan Mondtag bringt sein gemeinsam mit Olga Bach erarbeitetes Stück "Die Vernichtung" (Konzert Theater Bern) auf die Bühne. "Die nachrückende Theatergeneration setzt in der Auswahl des diesjährigen Theatertreffens starke Zeichen, die nicht immer aus den Metropolen des deutschsprachigen Theaterraums stammen", erklärt Yvonne Büdenhölzer.

jhi/pl (dpa/ berlinerfestspiele.de)