Polen kauft Patriot-Abwehraketen aus den USA | Europa | DW | 28.03.2018
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Rüstungsgeschäft

Polen kauft Patriot-Abwehraketen aus den USA

Es ist der kostspielige Ausdruck eines gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses: Polen und die USA haben einen Deal über mehrere Patriot-Raketen besiegelt: Polen legt dafür gut 3,8 Milliarden Euro auf den Tisch.

Patriot Raketen-Abwehr-System (picture-alliance/AP Photo/U.S. Department of Defense)

Patriot-Raketen können auf Lkw montiert werden und Flugzeuge, Raketen und Marschflugkörper in der Luft zerstören

Es ist das größte Rüstungsgeschäft in der Geschichte Polens: Die Regierung in Warschau hat den Kaufvertrag für eine Lieferung von zwei Boden-Luft-Raketensystemen vom Typ "Patriot" aus den USA unterschrieben. "Polen und die USA, Polen und die NATO-Partner bestätigen damit ihre Wertegemeinschaft und ihren Willen zur gemeinsamen Verteidigung aller NATO-Mitgliedstaaten", sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki.

Polen Präsident Andrzej Duda unterschreibt Vertrag Raketenabwehr (picture-alliance/PAP/P. Supernak)

Polens Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak bei der Unterzeichnung des Kaufvertrags über das Patriot-System in Warschau

Laut polnischem Verteidigungsministerium erhält Polen damit bis 2022 Waffensysteme im Wert von 4,7 Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 3,8 Milliarden Euro). Insgesamt will Polen bis 2024 acht "Patriots" kaufen. Die Verhandlungen über die zweite Etappe des Deals würden nun aufgenommen, hieß es. Präsident Andrzej Duda sprach bei der Vertragsunterzeichung von einem historischen Moment. Polen bekomme nun Zugang zu modernsten Waffen.

Zwei Drittel der polnischen Armee-Ausrüstung stammen noch aus Zeiten des 1991 nach dem Zerfall der Sowjetunion aufgelösten Warschauer Paktes. Nach der russischen Annexion der ukrainischen
Halbinsel Krim im Jahr 2014 hatte Warschau die Modernisierung seiner Streitkräfte beschleunigt. 

Auf den Waffendeal einigten sich Polen und die USA beim Besuch von US-Präsident Donald Trump in Warschau im Juli 2017. Die US-Regierung gab dafür im Dezember letzten Jahres grünes Licht. Hauptauftragnehmer sind demnach die amerikanischen Rüstungsunternehmen Raytheon, Lockheed-Martin und Northrop Grumman.

In Osteuropa wachsende Sorge vor Russland

Die "Patriots" sollen Teil der polnischen Verteidigung gegen mögliche Aggressionen aus Russland sein. Die östlichen EU- und NATO-Mitglieder Polen, Estland, Lettland und Litauen fühlen sich seit dem Beginn der Ukraine-Krise verstärkt von Moskau bedroht.

tön/se (dpa, afp, rtr)