PKK-Kämpfer verlassen Sindschar im Nordirak | Aktuell Nahost | DW | 23.03.2018
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Kurdenkonflikt

PKK-Kämpfer verlassen Sindschar im Nordirak

Nach türkischen Luftangriffen auf PKK-Stellungen im Nordirak zieht sich die kurdische Miliz aus der Region zurück. Sie war dort 2014 den Jesiden gegen die IS-Terrormiliz zu Hilfe gekommen.

Irak Sindschar - Peschmerga Kämpfer mit kurdischer Flagge (Getty Images/J. Moore)

Peschmerga-Kämpfer mit kurdischer Flagge im irakischen Sindschar (Archivbild)

Die PKK räumt die nordirakische Region Sindschar. Die Peschmerga-Kämpfer würden abgezogen, da sie ihr "Ziel erreicht" hätten, die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zu vertreiben. Das erklärte die Union der Gemeinschaften Kurdistans (KCK), die als politischer Arm der türkischen Rebellengruppe gilt.

Die PKK-Kämpfer hatten 2014 in Sindschar Fuß gefasst, nachdem sie die religiöse Minderheit der Jesiden vor dem IS gerettet hatten. Die IS-Miliz hatte Sindschar 2014 eingenommen und die dort ansässigen Jesiden zu Tausenden vertrieben, ermordet und versklavt, bevor die PKK-Kämpfer ihnen gegen die sunnitischen Extremisten zu Hilfe kamen.

Türkei droht mit Einmarsch in den Nordirak

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohte immer wieder mit einer Offensive in Sindschar. Sollte die irakische Regierung nicht selbst gegen die PKK-Lager im Nordirak vorgehen, könne die Türkei "eines Nachts plötzlich in Sindschar eindringen, um sie von der PKK zu säubern", hatte Erdogan diese Woche erklärt. Wenn Bagdad die Sache nicht bald angehe, werde es eine weitere "Operation Olivenzweig" geben.

Dies ist der Name der türkischen Militäroffensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in der nordsyrischen Region Afrin. Sie wurden inzwischen weitgehend von dort vertrieben. Ankara betrachtet die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur PKK als Bedrohung und hat angekündigt, sie auch aus anderen Gebieten in Nordsyrien entlang der türkischen Grenze zu vertreiben. Für die USA hingegen gelten die YPG-Kämpfer als Verbündete im Kampf gegen den IS.

Tote nach türkischen Luftangriffen

Im Nordirak hatte die Türkei in dieser Woche PKK-Stellungen angegriffen und nach Armeeangaben mindestens zwölf kurdische Kämpfer getötet. Erst am Donnerstag waren bei einem türkischen Angriff in der Provinz Erbil laut Regierungsvertretern vier Zivilisten getötet worden.

Syrien Afrin - Zerstörung nach türkischer Offensive (Getty Images/AFP/Stringer)

Zerstörung nach der türkischen Offensive auf das nordsyrische Afrin (Archivbild)

Die kurdische Autonomieregierung im Nordirak verurteilte den Angriff, forderte aber zugleich den Abzug der PKK-Kämpfer aus allen bewohnten Gebieten. Die PKK wird sowohl von der Türkei als auch von der Europäischen Union (EU) und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit den 1980er-Jahren für mehr Autonomie im Südosten der Türkei. Mehr als 40.000 Menschen wurden in dem Konflikt getötet.

Die Regierung in Ankara will verhindern, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet.

cw/jj (afp, dpa, rtr)

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