Picasso-Bilder aus Portigon-Sammlung gestohlen | Kunst | DW | 15.04.2016
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Kunst

Picasso-Bilder aus Portigon-Sammlung gestohlen

Mehrere Kunstwerke von Pablo Picasso aus der Kunstsammlung der ehemaligen WestLB sind schon vor über einem Jahr gestohlen worden. Der WestLB Nachfolger Portigon hatte die Werke in einem Depot in Düsseldorf eingelagert.

Aus dem Depot der Portigon AG, einem Finanzdienstleister, der 2012 aus der WestLB hervorging, wurden unter anderem elf Lithographien der berühmten Stier-Serie von Pablo Picasso sowie das Bild "Das Haus" der Expressionistin Gabriele Münter entwendet. Ein Sprecher der Portigon AG bestätigte am Freitag (15.04.2016) in Düsseldorf den Verlust.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte zuerst über den Fall berichtet. Bereits um den Jahreswechsel 2014/15 hätten Mitarbeiter bemerkt, dass der Tresorraum für Kunst zu ungewöhnlichen Zeiten geöffnet worden war, bestätigte der Portigon-Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Eine Prüfung habe ergeben, dass tatsächlich Kunstobjekte fehlten. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelte, doch Anfang 2016 wurde das Verfahren eingestellt. "Die Ermittlungen haben zu keinem hinreichenden Tatverdacht gegen bestimmte Personen geführt", sagte der Sprecher. Aus der Kunstszene habe es auch keine Hinweise gegeben. Die verschwundenen Arbeiten stehen nun im Fahndungssystem der Polizei.

Seit Jahren im Fokus: die Portigon-Sammlung

Die verschwundenen Kunstwerke waren in den Räumen der Portigon AG in Düsseldorf eingelagert. Der Zugang war durch ein von der Versicherung abgenommenes Sicherungssystem geregelt. Offenbar hatten aber mehrere Personen Zugriff auf den dafür erforderlichen Chip.

Bevor die Kunstwerke in das Depot kamen, hatten sie die Filialen der WestLB geschmückt. Die WestLB, die nordrhein-westfälische Landesbank, war im Zuge der Finanzkrise in die Pleite geschlittert. Ihre Rechtsnachfolgerin wurde die Portigon AG.

Schon 2014 machte die Portigon AG mit ihrer Kunstsammlung Schlagzeilen. Sie wollte ihre wertvolle Sammlung verkaufen, zu der unter anderem Werke von Joseph Beuys, Gerhard Richter, August Macke und Sigmar Polke gehören. Der Verband Deutscher Kunsthistoriker hatte sich damals öffentlich gegen den Verkauf ausgesprochen. Die Befürchtung, dass die Sammlung zerschlagen, die Werke ins Ausland verkauft würden und der Kunstverkauf immer häufiger zur Schuldentilgung genutzt werden könnte, war groß. Schließlich einigte man sich, die millionenschwere Sammlung in Nordrhein-Westfalen zu belassen und die Kunstwerke an eine Stiftung zu verkaufen, die an die Kunstsammlung NRW angebunden sein soll.

kk/rey (DPA, Der Spiegel, DW)